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Zugausfälle bei der Bahn - Landtag fordert Abhilfe | BR24

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Weil die Betreiber keine Lokführer finden, fallen im Nahverkehr hunderte Bahnverbindungen aus. Der Landtag will das nicht weiter hinnehmen.

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Zugausfälle bei der Bahn - Landtag fordert Abhilfe

Wegen der geballten Zugausfälle im bayerischen Regionalverkehr ist inzwischen von einer "Sommerkrise" auf den Schienen die Rede. Viele Zugverbindungen fallen aus, weil Lokführer fehlen. Der Landtag hat über mögliche Lösungen diskutiert.

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Im bayerischen Schienen-Nahverkehr fallen derzeit großflächig Züge aus. Es geht um hunderte Verbindungen, teils werden ganze Strecken über mehrere Wochen stillgelegt. Die SPD spricht von einer "Sommerkrise" beim Schienenverkehr: "Ein verlässliches Angebot findet vielerorts nicht mehr statt."

Grund dafür ist ein akuter Lokführermangel. Betroffen sind vor allem private Verkehrsunternehmen: die Bayerische Regiobahn (die zum französischen Transdev-Konzern gehört) und die Länderbahn mit ihren Marken Alex und Oberpfalzbahn (Mehrheitseigentümer: die italienische Staatsbahn FS), aber auch agilis (Mehrheitseigentümer: Hamburger Hochbahn). Der Lokführermangel besteht schon länger und hat sich jetzt zur Urlaubszeit verschärft.

Bahnunternehmen sollen hohe Vertragsstrafen zahlen

Der Bayerische Landtag will die geballten Zugausfälle nicht tatenlos hinnehmen. Die Staatsregierung soll Bahnunternehmen stärker in die Pflicht nehmen und mögliche Vertragsstrafen ausschöpfen, das beschlossen CSU, Freie Wähler, Grüne, SPD und FDP. Die AfD enthielt sich.

Manfred Eibl von den Freien Wählern unterstrich, dass der Mangel schon lange besteht: "Im Jahre 2017 kamen auf 100 offene Stellen nur 35 Lok- und Triebfahrzeugführer." Die Folge: Allein bei der Deutschen Bahn seien derzeit 1.500 Stellen nicht besetzt. Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) beteuert: "Der Freistaat packt an und steuert gegen." Bayern werbe zum Beispiel in Serbien um neue Lokführer.

Grüne wollen unzuverlässige Betreiber von Ausschreibungen ausschließen

Der Opposition ist das zu wenig. Die AfD findet, der Beruf Lokführer sollte hierzulande attraktiver werden, damit kein Personal aus dem Ausland akquiriert werden müsse. Grüne, SPD und FDP fordern die Staatsregierung auf, in künftigen Ausschreibungen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft strengere Kriterien festzulegen und von den Bewerbern beispielsweise Nachweise über ausreichendes Personal zu verlangen. Und man müsse Unternehmen auch von Ausschreibungen ausschließen können, fordern die Grünen:

"Wenn ein Betreiber wie die Bayerische Regiobahn das Desaster nicht in den Griff bekommt, sie bei weiteren Ausschreibungen ausschließen, bis sie ihre Leistungsfähigkeit bewiesen haben." Ludwig Hartmann, Grüne

Die staatliche Bayerische Eisenbahngesellschaft machte unterdessen deutlich, dass nach derzeitiger Rechtslage die Zugausfälle wegen Lokführermangels keine Auswirkungen auf die Chancen eines Unternehmens bei künftigen Ausschreibungen haben. Fehlende Lokführer seien ein branchenweites Problem.

Verkehrsministerium soll Verbesserungsvorschläge machen

Die Abgeordneten zitieren nun nach der Sommerpause das Verkehrsministerium zum Bericht in den Bayerischen Landtag. Es soll über die Personalsituation berichten und Verbesserungsvorschläge machen. Vor zwei Monaten waren das Ministerium und die Bahnunternehmen schon einmal im Verkehrsausschuss des Landtags zu Gast. Da ging es um das "Winterchaos" auf den Schienen zu Beginn dieses Jahres.