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Zuckermarkt in der Krise – 500 Landwirte protestieren | BR24

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Rund 500 Zuckerrübenbauern aus ganz Süddeutschland haben sich in Veitshöchheim zum Protest getroffen. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen und fordern strengere Richtlinien und mehr finanzielle Unterstützung.

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Zuckermarkt in der Krise – 500 Landwirte protestieren

Rund 500 Landwirte haben heute in Veitshöchheim protestiert. Sie sehen den Zuckermarkt in der Krise und fürchten um ihre Existenz. In den Veitshöchheimer Mainfrankensälen tagte der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer.

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Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer hat 15.000 Mitglieder. Sie fühlen sich von Berlin und Brüssel im Stich gelassen. Seine Vertreter kritisieren die Liberalisierung des europäischen Zuckermarkts. Zum 1. Oktober 2017 hatte die EU die Produktionsquoten für den Rübenanbau abgeschafft. Nach 50 Jahren der Regulierung ist der Markt nun liberalisiert.

Zuckerrübenbauern sind gegen Zuckerimporte und ungleiche Bedingungen

Fred Zeller vom Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer sieht in der Öffnung des Zuckermarkts gleich mehrere Probleme: Zum einen komme nun verstärkt subventionierter Zucker aus Drittländern als Export in die EU. Außerdem verzerrten innerhalb der EU die gekoppelten Zahlungen die Wettbewerbsbedingungen. In elf von 19 EU-Ländern werde der Zuckerrübenanbau noch subventioniert, aber nicht in Deutschland. Ähnliches gilt für den Einsatz der Neonikotinoide, die als bienenschädlich eingestuft werden. In Deutschland ist der Einsatz der "Neonics" seit Dezember verboten, in acht anderen EU-Ländern sei er aber durch Notfallzulassungen weiterhin möglich, ärgert sich Zeller.

© Jürgen Gläser/BR-Mainfranken

Rund 500 Landwirte wollen am Donnerstag in Veitshöchheim protestieren. Sie sehen den Zuckermarkt in der Krise und fürchten um ihre Existenz. In den Veitshöchheimer Mainfrankensälen tagt der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer.

Preisverfall beim Rohstoff Zucker

Den Preisverfall auf dem Markt macht Zeller an Beispielen deutlich. So habe Südzucker im 3. Quartal 2018 Verluste von 85 Millionen Euro gemacht. Der Preis pro Tonne Zucker lag demnach im 3. Quartal 2018 bei 307.- Euro. Die EU halte jedoch 404.- Euro je Tonne Zucker für den Richtwert, um kostendeckend erzeugen zu können. Zeller fordert nun von der EU Beihilfen für die private Lagerhaltung. So könne man besser auf Angebot und Nachfrage am Markt reagieren.

© BR Fernsehen

Nach fast 50 Jahren endet 2017 die Europäische Zuckermarktordnung. Sie verhinderte, dass zu viel billiger Rohrzucker in die EU kommt, und garantierte heimischen Rübenbauern ein gutes Einkommen. Gibt es einen Preisverfall, wenn die Quote weg ist?