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500 Landwirte protestieren in Veitshöchheim
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500 Landwirte protestieren in Veitshöchheim

Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer hat 15.000 Mitglieder. Sie fühlen sich von Berlin und Brüssel im Stich gelassen. Seine Vertreter kritisieren die Liberalisierung des europäischen Zuckermarkts. Zum 1. Oktober 2017 hatte die EU die Produktionsquoten für den Rübenanbau abgeschafft. Nach 50 Jahren der Regulierung ist der Markt nun liberalisiert.

Zuckerrübenbauern sind gegen Zuckerimporte und ungleiche Bedingungen

Fred Zeller vom Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer sieht in der Öffnung des Zuckermarkts gleich mehrere Probleme: Zum einen komme nun verstärkt subventionierter Zucker aus Drittländern als Export in die EU. Außerdem verzerrten innerhalb der EU die gekoppelten Zahlungen die Wettbewerbsbedingungen. In elf von 19 EU-Ländern werde der Zuckerrübenanbau noch subventioniert, aber nicht in Deutschland. Ähnliches gilt für den Einsatz der Neonikotinoide, die als bienenschädlich eingestuft werden. In Deutschland ist der Einsatz der "Neonics" seit Dezember verboten, in acht anderen EU-Ländern sei er aber durch Notfallzulassungen weiterhin möglich, ärgert sich Zeller.

500 Landwirte protestieren in Veitshöchheim

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Preisverfall beim Rohstoff Zucker

Den Preisverfall auf dem Markt macht Zeller an Beispielen deutlich. So habe Südzucker im 3. Quartal 2018 Verluste von 85 Millionen Euro gemacht. Der Preis pro Tonne Zucker lag demnach im 3. Quartal 2018 bei 307.- Euro. Die EU halte jedoch 404.- Euro je Tonne Zucker für den Richtwert, um kostendeckend erzeugen zu können. Zeller fordert nun von der EU Beihilfen für die private Lagerhaltung. So könne man besser auf Angebot und Nachfrage am Markt reagieren.

Zuckerrüben

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