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In Oberfranken fehlt es an Psychiatern und Psychotherapeuten. (Symbolbild)

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Zu wenig Psychiater und Psychotherapeuten in Oberfranken

Voller Terminplan, überlastetes Fachpersonal und fehlender Nachwuchs: Die Situation für psychiatrische Behandlungen in Oberfranken ist mehr als ausbaufähig. Regionale Grenzen bringen zudem die Bedarfsplanung durcheinander.

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Von
  • Claudia Grimmer
  • BR24 Redaktion

Beim Krisendienst Oberfranken hat sich eine mangelnde Versorgung mit Psychiatern und Psychotherapeuten im Gebiet Oberfranken offenbart. Dies teilt das Landratsamt Forchheim mit, wo der Krisendienst als Teilprojekt der sogenannten "Gesundheitsregion plus" angesiedelt ist. Mit diesem Konzept will Bayerns Gesundheitsministerium die medizinische Versorgung in der Region verbessern. Grund für die schlechte Versorgung sei unter anderem der Personalmangel: Auf eine derzeit ausgeschriebene Psychiaterstelle gebe es keine Bewerber, da insgesamt der Nachwuchs fehle.

Standort von Psychiatern verzerrt Nachfrage an Fachkräften

Auch die Berechnung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), die bestimmt, wie viele Fachärzte für Oberfranken nötig seien, sei mitverantwortlich für die derzeitige Situation. Für die Bevölkerung von Forchheim wird beispielsweise vorausgesetzt, dass auch Psychiater und Psychotherapeuten in Nürnberg und Erlangen aufgesucht werden könnten, so Bärbel Matiaske von der "Gesundheitsregion plus". Diese seien aber oft bereits ausgelastet und hätten lange Wartezeiten.

Psychotherapeuten sind überlastet

Um die Situation der Versorgung zu entspannen, müsste mehr Aufklärung durch die KVB erfolgen, dass solche Facharztsitze geteilt werden könnten. Oft sei die Belastung der Psychiater und Psychotherapeuten so hoch, dass sie nicht die volle Stundenzahl an Behandlungen anbieten könnten. Die Teilung eines Facharztsitzes würde zumindest eine gewisse Entspannung bringen, so Matiaske weiter. Diese Möglichkeit sei aber oft nicht bekannt.

Termine für psychiatrische Behandlung sind vergriffen

Schon jetzt hätten Betroffene, die noch nicht in psychiatrischer Behandlung sind, sogar Schwierigkeiten kurz- und mittelfristig einen Termin in einer Krisensprechstunde zu bekommen, so Katrin Strohhöfer, Leiterin des Krisendienstes Oberfranken. Aufgrund der starken Nachfrage wurde der Krisendienst ab dem 1. Juli durch eine „Rund-um-die-Uhr-Beratung“ erweitert.

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