Mit vier Pflegediensten in Pegnitz wird verhandelt, damit die Pflegebedürftigen übernommen werden. (Symbolbild)

Bildrechte: BR/Johanna Schlüter
  • Artikel mit Audio-Inhalten
>

Zu wenig Personal in Pegnitz: BRK-Pflegedienst muss schließen

Zu wenig Personal in Pegnitz: BRK-Pflegedienst muss schließen

Weil zu wenig Mitarbeitende zur Verfügung stehen, muss die Sozialstation des Bayerischen Roten Kreuzes in Pegnitz schließen. Während die Suche nach Alternativen für die zu Pflegenden läuft, appelliert das BRK an die Politik.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) schließt zum 30. Juni seine Sozialstation in Pegnitz. Der Grund ist fehlendes Pflegepersonal. Das gab der zuständige BRK-Kreisverband Bayreuth auf einer Pressekonferenz in Pegnitz bekannt.

Angehörige müssen Pflege übernehmen

Die zehn Beschäftigten der Sozialstation betreuen bislang 51 pflegebedürftige Personen in den Gemeinden Pegnitz, Pottenstein, Lindenhardt, Schnabelwaid und Creußen. Nun würden mit den übrigen vier Pflegediensten in Pegnitz Gespräche geführt, dass diese die Betreuung der Menschen mit übernehmen, so BRK-Kreisgeschäftsführer Markus Ruckdeschel. Allerdings könne man nicht garantieren, dass für alle bisher betreuten Personen eine Ersatzlösung gefunden werden könne, ergänzt Richard Knorr, für den Bereich Senioren und Pflege zuständiger stellvertretender Kreisgeschäftsführer. In einigen Fällen würden auch die Angehörigen die Pflege übernehmen müssen. Man wolle dahingehende Gespräche mit den betroffenen Familien führen.

Wegen Bürokratie und Überlastung: Personalsuche erfolglos

Es sei, trotz großangelegter Suche, auch in den sozialen Medien nicht möglich gewesen, weiteres Personal für den Standort Pegnitz zu gewinnen. Es ginge den Mitarbeitenden und potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern weniger ums Gehalt – das BRK zahlt nach dem Tarif des Öffentlichen Dienstes – als um die Arbeitsbedingungen.

Die bisherigen zehn Beschäftigten seien an ihrer Leistungsgrenze angekommen, betont Markus Ruckdeschel. Dafür verantwortlich sei vor allem die überbordende Bürokratie, im Besonderen die Dokumentationspflicht. Aber auch die zu strengen Prüfkriterien des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Außerdem müssten die Kompetenzen der Pflegekräfte gestärkt werden.

Teil der BRK-Mitarbeitenden in Pegnitz verlässt die Pflegebranche

Es könne nicht sein, dass eine Pflegekraft beispielsweise wegen des Wechsels einer Inkontinenzmatte eine ärztliche Verordnung einholen müsse. Das koste zu viel Zeit, die dann in der Pflege fehlen würde, berichtet Richard Knorr. Bürokratie und fehlende Pflegezeit gingen schließlich zu Lasten der Pflegebedürftigen, hier sei nun die Politik dringend gefordert, die Rahmenbedingungen zu ändern.

"Das Pflegesystem fährt gegen die Wand! Es kann jetzt nur noch darum gehen, den Aufprall abzubremsen." BRK-Kreisgeschäftsführer Markus Ruckdeschel

Die Hälfte der zehn Beschäftigten der BRK-Pflegstation Pegnitz würden weiter beim Kreisverband Bayreuth beschäftigt werden. Die übrigen Mitarbeitenden wechseln in andere Kreisverbände oder verlassen die Pflegebranche.

Den Pflegedienst des BRK in Pegnitz gibt es bald nicht mehr.

Bildrechte: BR/Markus Feulner

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!