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Zu warm: Erster Weinjahrgang in Deutschland ohne Eiswein | BR24

© picture alliance/dpa/Hendrik Schmidt

Januar 2019: Bei frostigen Temperaturen lesen Mitarbeiter der Winzervereinigung Freyburg in Freyburg-Müncheroda gefrorene Trauben.

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    Zu warm: Erster Weinjahrgang in Deutschland ohne Eiswein

    Die Liebhaber von Eiswein gehen dieses Jahr leer aus. "Der Weinjahrgang 2019 wird hierzulande als der erste Jahrgang in die Geschichte eingehen, in dem die Eisweinlese bundesweit ausgefallen ist", sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut.

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    Er ist dickflüssiger und süßer als andere Weine, aber vor allem exklusiver und teurer: Der Eiswein. Letzteres hat gleich mehrere Gründe: Die Trauben bleiben bis in den Winter an den Reben. Dadurch sinkt der Ertrag. Dann wird er bei Minustemperaturen geerntet – wenn diese erreicht werden und das ist in diesem Winter zum ersten Mal im gesamten Bundesgebiet nicht der Fall gewesen.

    Die Temperatur sank nicht auf minus sieben Grad

    In keinem der 13 deutschen Weinbaugebiete sei die für eine Eisweinlese erforderliche Mindesttemperatur von -7 Grad Celsius erreicht worden, weiß Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim bei Mainz.

    Weinbauern hatten mit mildem Winter gerechnet

    Die meisten Betriebe hatten es wohl schon so kommen sehen: Bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz meldeten beispielsweise nur 50 Betriebe für ihren 2019er Jahrgang Rebflächen von insgesamt 42 Hektar für eine mögliche Eisweinlese an.

    Totalverlust für die Winzer

    Für sie und alle anderen Winzer, die auf niedrigere Temperaturen gehofft hatten, bedeutet der ausgebliebene Frost einen Totalverlust. Beim Jahrgang 2018 waren es noch rund 683 Winzer gewesen mit einer Fläche von 584 Hektar.

    Jahrgang 2018: Ernte in acht Weinbaugebieten

    Vor einem Jahr konnten noch in acht Weinbaugebieten Trauben für Eiswein gelesen werden. Los ging es dann schon am 28. November 2018 bei minus sieben Grad im Anbaugebiet Saale-Unstrut. Am 21. Januar 2019 folgten Winzer in weiteren Anbaugebieten.

    In Franken dagegen waren auch im vergangenen Winter die Temperaturen nicht niedrig genug, sodass es auch im Jahrgang 2018 keinen fränkischen Eiswein gab.

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