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Zu viele Hausbesuche? Ärzte-Prüfer vertagen Entscheidung | BR24

© BR/Anne-Lena Schug

Eine Ärztin aus Rohr in Niederbayern muss sich vor der zuständigen Prüfstelle verantworten. Der Grund: Sie soll zu viele Hausbesuche absolviert haben. Ob sie deshalb Honorare zurückzahlen muss, bleibt aber unklar.

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Zu viele Hausbesuche? Ärzte-Prüfer vertagen Entscheidung

Eine Ärztin aus Rohr in Niederbayern muss sich vor der zuständigen Prüfstelle verantworten. Der Grund: Sie soll zu viele Hausbesuche absolviert haben. Ob sie deshalb Honorare zurückzahlen muss, bleibt aber unklar. Zum sehr großen Ärger der Ärztin.

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Die Prüfungsstelle Ärzte Bayern wollte ihre Entscheidung, ob eine Hausärztin Teile ihres Honorars zurückzahlen muss, am heutigen Mittwoch nicht bekanntgeben. Petra Lütz - so heißt die betroffene Medizinerin - wurde bei der Sitzung mitgeteilt, dass ihr die Entscheidung frühestens in einem Monat per Post mitgeteilt werde. Die Ärztin reagierte mit großem Unverständnis:

"Völlig unverschämt. Wir hängen jetzt so in der Luft. Was soll ich denn jetzt tun? Soll ich ab morgen sagen: 'Ich fahr' da nicht mehr hin' oder soll ich jetzt noch ein paar Jahre weiterarbeiten, um mich dann wieder aufs Glatteis zu begeben?" Petra Lütz, Ärztin aus Rohr in Niederbayern

Ursprünglich hatte ihr die Prüfungsstelle mitgeteilt, dass sie die Entscheidung am Mittwoch bei der Sitzung erfahren werde. Die Hausärztin aus dem niederbayerischen Rohr im Kreis Kelheim wurde zu dem Beschwerdeausschuss der Prüfungsstelle Ärzte Bayern in Regensburg geladen, weil sie zu viele Hausbesuche gemacht habe und daher Teile ihres Honorars zurückzahlen müsse. Insgesamt könnte es sogar um eine Summe von mehreren Hunderttausend Euro gehen.

Sie hätte Hausbesuche aufschieben oder zusammenfassen können. Die Prüfungsstelle fordert, bestimmte Patienten nur halb so oft zu behandeln.

"Jeder Hausbesuch war notwendig"

Lütz hatte gegen die Wirtschaftlichkeitsprüfung Einspruch eingelegt, da sie der Meinung ist, dass jeder Hausbesuch notwendig gewesen sei. Da es in Rohr keine anderen Hausärzte gebe, sei sie allein für ein Seniorenheim mit 169 Bewohnern, darunter auch Palliativpatienten, zuständig, sagt Lütz dem BR. Würde sie die Patienten dort nicht behandeln, müssten diese ins Krankenhaus. Das könnte rund 70 Mal teurer sein als ein Hausbesuch, so Lütz.

Derzeit besucht Lütz einen Patienten im Schnitt alle vier Wochen. Die Prüfungsstelle fordert, die Patienten im Schnitt nur alle sechs Wochen zu besuchen. Das sei gerade bei den Palliativpatienten oder bei akuten Fällen im Seniorenheim gar nicht vertretbar, argumentiert Lütz. Bleibt die Prüfstelle bei ihrer Haltung, könnte es sein, dass Lütz auch Teile der Honorare der Folgequartale zurückzahlen muss.

© BR/Anne-Lena Schug

Dr. Petra Lütz aus Rohr in Niederbayern soll zu viele Hausbesuche gemacht haben.