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Zu trocken und warm: Teils hohe Waldbrandgefahr in Oberfranken | BR24

© picture alliance/Andreas Franke

In Oberfranken herrscht erhöhte Waldbrandgefahr.

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Zu trocken und warm: Teils hohe Waldbrandgefahr in Oberfranken

Die Böden sind ausgetrocknet. Niederschläge sind in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Die Waldbrandgefahr in Franken ist hoch. In weiten Teilen ist sie bereits auf Stufe vier von fünf gestiegen.

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In Teilen Oberfrankens herrscht aufgrund von Trockenheit und sommerlichen Temperaturen erhöhte Waldbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst meldet für zahlreiche Messstationen im Regierungsbezirk bereits die zweithöchste Gefahrenstufe.

Zweithöchste Gefahrenstufe an sechs oberfränkischen Messstationen

So wird die Stufe vier von fünf rund um die Stationen bei Kronach, Fichtelberg, Heinersreuth (beides Lkr.Bayreuth), Gräfenberg (Lkr. Forchheim), Ebrach (Lkr. Bamberg) und Bamberg gemeldet. Zur derzeitigen Dürre komme, dass der Waldboden vielfach noch von der trockenen Vegetation des letzten Jahres bedeckt und leicht entzündbar sei, heißt es aus dem Servicebüro des Deutschen Forstwirtschaftsrats. Erst mit dem frischen Grün und dem Erwachen der Bodenvegetation würde diese Gefahr geringer. Der April sei ein typsicher Waldbrand-Monat. Im vergangenen Jahr seien um Ostern deutschlandweit 46 Waldbrände gemeldet worden, mehr als in jedem anderen Monat des sehr heißen und trockenen Jahres 2019.

Sommerwetter weckt Borkenkäfer

Neben der Waldbrandgefahr kämpfe der Forst derzeit mit einem weiteren Problem: Mit den sommerlichen Temperaturen werden auch die Borkenkäfer wieder aktiv, die im Waldboden und in den Stämmen befallener Bäume überwintert haben. Etwas entspannter scheint die Lage derzeit um Hof, Selb (Lkr. Wunsiedel), Wunsiedel, Lautertal (Lkr. Coburg) und Teuschnitz (Lkr. Kronach) zu sein. Dort melden die Stationen bis Ostersonntag (12.04.20) Gefahrenstufe drei von fünf.

Durchwegs hohe Brandgefahr für Grasland

Noch höher ist die Gefahr von Bränden auf offenem Grasland: Dafür gibt der Deutsche Wetterdienst für jede oberfränkische Messstation an mindestens einem Tag bis Ostersonntag eine Gefahrenwarnung der Stufe vier von fünf heraus.

© BR

Die Böden sind ausgetrocknet. Niederschläge sind in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Die Waldbrandgefahr in Franken ist hoch. In weiten Teilen ist sie bereits auf Stufe vier von fünf gestiegen.

Warnung vor Waldbränden auch in Mittelfranken

Auch der Leiter der Forstabteilung des Landratsamtes in Roth, Peter Tretter, mahnt im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk zu erhöhter Vorsicht. Durch den sehr trockenen Ostwind in den vergangenen Tagen und die fehlenden Niederschläge sei die obere Schicht des Bodens sehr trocken.

"Der Oberboden ist so trocken, dass er leicht brennen kann." Peter Tretter, Leiter der Forstabteilung, Landratsamt Roth

Ein weiteres Problem seien die vielen Nadelhölzer in den Wäldern im Landkreis Roth.

Erster Waldbrand in der Oberpfalz

In der Nähe der Oberpfälzer Gemeinde Traitisching gab es am Dienstag (07.04.20) bereits einen Waldbrand, den die Feuerwehr aber schnell unter Kontrolle hatte. Spaziergänger hatten das Feuer bemerkt und die Integrierte Leitstelle alarmiert. Es brannte auf einer Fläche von rund 900 Quadratmetern.

Im Kreis Aschaffenburg brennt der Wald

Auch in Stockstadt am Main (Lkr. Aschaffenburg) musste die Feuerwehr bereits einen Waldbrand löschen. Dort war es am Montag (06.04.20) zu einem Flächenbrand gekommen. Das Bodenfeuer zog sich über eine Fläche von etwa 500 Quadratmetern. Wie die örtliche Feuerwehr mitteilt, hatten Geologen den Brand entdeckt. Sie waren beruflich im Wald unterwegs. In beiden Fällen ist die Brandursache noch unklar.

Grillversuch im Naturschutzgebiet geht schief

Anders bei Kreuzwertheim (Lkr. Main-Spessart). Dort hatten Unbekannte offenbar inmitten eines Naturschutzgebietes grillen wollen und dazu an einem Hang mit Steinen eine Feuerstelle gebaut. Das Feuer habe sich daraufhin auf den umliegenden Waldboden ausgebreitet, worauf die Unbekannten die Stelle fluchtartig verlassen hatten. An der Feuerstelle sei Grillfleisch gefunden worden, erklärte ein Polizeisprecher. Um den rund 400 bis 600 Quadratmeter großen Brand zu löschen, seien 40 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen.

Flächenbrand bei Passau ausgelöst

Und in Witzmannsberg (Lkr. Passau) hat ein Mann Schnittgutabfälle verbrannt und damit einen mittelgroßen Flächenbrand ausgelöst. Wie die Polizei auf BR-Anfrage mitteilt, hatte der Mann am Dienstag (07.04.20) beim Verbrennen von Käferholz zwar eigentlich alle Brandverhütungsvorschriften eingehalten, trotzdem griff das Feuer aufgrund des starken Windes auf umliegendes Reisigholz über. Der Waldbesitzer versuchte noch das Feuer mit einem Feuerlöscher zu löschen, scheiterte aber. Durch das Feuer ist eine Fläche von rund einem halben Fußballfeld verbrannt.

Polizei bittet Spaziergänger um erhöhte Aufmerksamkeit

Die Polizei warnt vor der aktuellen Trockenheit und der damit gestiegenen Waldbrandgefahr. Spaziergänger dürfen Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras parken. Außerdem dürfen keine Zigaretten weggeworfen werden. Auch sonst werden Spaziergänger um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten.

Erste Beobachtungsflüge in Bayern angeordnet

Einige Regierungen haben aufgrund der anhaltenden Trockenheit bereits Waldbrand-Beobachtungsflüge angeordnet. Sie sollen zunächst bis 19.04.20 stattfinden.

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