Protestaktion vor der Hoeneß-Wurstfabrik in Nürnberg.
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Protestaktion vor der Hoeneß-Wurstfabrik in Nürnberg.

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Zum 70. Geburtstag: Tierschützer blockieren Hoeneß-Wurstfabrik

Zum 70. Geburtstag: Tierschützer blockieren Hoeneß-Wurstfabrik

Anlässlich des 70. Geburtstags von FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß haben sich Tierrechtsaktivisten in Nürnberg vor der Hoeneß-Wurstfabrik versammelt. Sie blockierten die Einfahrt, ketteten sich teilweise an und zündeten Pyrotechnik.

Ein "Geburtstagsgeschenk", auf das Uli Hoeneß sicherlich gerne verzichtet hätte: Etwa 70 Tierrechtsaktivistinnen und -aktivisten haben seit dem frühen Mittwochvormittag dessen Nürnberger Wurstfabrik blockiert. Anlass sei der 70. Geburtstag des Ehrenpräsidenten des FC Bayern München, heißt es in einer Mitteilung der Organisation "Animal Rebellion". Die Initiatoren beendeten ihre Aktion laut eigener Aussage aus freien Stücken am frühen Nachmittag.

Zugangswege zu Hoeneß' Wurstfabrik blockiert

Mit Metallkonstruktionen und Kastenständen – wie sie in der Schweinefleischproduktion verwendet werden – versperrten sie demnach die Zugangswege zur Fabrik, die mittlerweile von Uli Hoeneß' Sohn Florian geleitet wird. Viele der Aktivistinnen und Aktivisten seien angekettet gewesen und hätten Pyrotechnik mit buntem Rauch gezündet, heißt es weiter.

Kritik an Billigfleisch

Die Protestierenden kritisieren, dass in der Wurstfabrik Fleisch zu Discounter-Preisen produziert und unter anderem vom Schlachtkonzern Tönnies bezogen werde. Dieser war während der Corona-Pandemie wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen und schlechter Arbeitsbedingungen in die öffentliche Kritik geraten.

Florian Hoeneß kritisiert Protestaktion

Florian Hoeneß wehrte sich im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk gegen den Vorwurf, Billigfleisch zu produzieren. Neben der Forderung, Menschen sollten komplett auf Fleisch verzichten, gehe es den Protestierenden vornehmlich um den Protest. Bengalos, Rauchbomben und das sich Festketten vor Betrieben seien die falsche Form des Protests, so Florian Hoeneß weiter. Sie hätten aber davon abgesehen, den Protest von der Polizei auflösen zu lassen. Allerdings habe Hoeneß auch einen Anruf eines Kunden erhalten, dessen Auto von den Aktivisten vor dem Werksverkauf angespuckt worden sein soll.

Forderung: Hoeneß soll pflanzlich produzieren

Laut Mitteilung forderte Animal Rebellion Uli Hoeneß auf, seine Position dafür zu nutzen, einen Wandel zu einem pflanzlichen Ernährungssystem einzuleiten. Die HoWe Wurstwaren KG solle ihr Sortiment bis zum Jahr 2025 auf rein pflanzliche Waren umstellen, heißt es weiter.

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