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Zirkus und Corona: "Wir hatten eine kleine Depression" | BR24

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Nach sechs Monaten Corona-Zwangspause darf der Circus Renz endlich wieder auftreten.

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Zirkus und Corona: "Wir hatten eine kleine Depression"

Corona hat auch den Zirkusbetrieben schwer zu schaffen gemacht - monatelang ohne Auftritte und feste Einnahmen. Jetzt laufen die Vorstellungen langsam wieder an. Wie läuft es? Zu Besuch beim Circus Renz in Stadtbergen.

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Von
  • Steffen Grütjen
  • Christine Kellermann

Zirkusdirektor Ernst Renz wühlt mit beiden Händen kräftigt in einer schwarzen Plastikwanne voller saftiger, roter Äpfel, geschätzt sind es zehn Kilo. Es ist 14 Uhr, Fütterungszeit für die zwei Kamele hinter dem schweren Eisengitter. Mit den Auftritten hier in Stadtbergen kehrt für Renz so langsam wieder etwas Normalität ein. Trotzdem: Corona hat auch seinen Betrieb durcheinandergewirbelt.

Sechs Monate übersommern – ohne Auftritte

"Die ersten zwei Monate war das ganz dramatisch. Da kann man sagen: Da haben wir eine kleine Depression erlitten. Wir hätten mit vier bis sechs Wochen gerechnet", sagt der Zirkusdirektor aus dem Main-Kinzig-Kreis zwischen Frankfurt und Fulda. Sechs Monate musste die Familie in Rain am Lech dann aber übersommern - unfreiwillig in der Nähe eines Bauernhofes, ohne Auftritte.

Der Zirkus braucht das Publikum

"Der Artist und der Künstler, der braucht auch irgendwie das Publikum. Das ist ja kein eintöniger Beruf. Wir machen das seit 1842 und wir haben immer aufgetreten mit Publikum", erzählt Ernst Renz. "Ein Zirkus ohne Publikum, das gibt’s ja nur im Fernsehen."

Handstand in 9,50 Meter Höhe

Die Generalprobe vor dem großen Auftritt in Stadtbergen: Die Musik vom Band läuft schon. Ein paar letzte Abläufe. Auch Sohn Miguel bereitet sich vor. Der 19-Jährige will gleich hoch hinaus. "Ich bin der Handstandartist. Ich werde Stühle bis an eine Höhe von 9,50 Meter hochtürmen", sagt Miguel. Zehn Stühle wird Miguel in der Show aufeinanderstapeln.

Das Ziel: die Tour fortsetzen

Ihren Humor hat die Familie auch während der letzten Monate nicht verloren. Denn sie alle wollen mit ihrer Zirkustour weitermachen, sagt Mutter Silvia Renz: "Wir lassen uns auch durch Corona nicht einfach die Hoffnung nehmen, zu gastieren. Wir wollen trotzdem irgendwann wieder ganz normal von Ort zu Ort reisen, unser Zelt aufbauen und warten auf Oma, Opa, Enkelkinder und so weiter."

Bis zum 27. September gastiert der Circus Renz noch in Stadtbergen.

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