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Wohnungsgesuche von Studenten an einer Pinwand (Symbolbild)

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    Zimmer gegen Sex – Münchner muss vor Gericht

    Eine 28-jährige Frau sucht in München dringend ein Zimmer – und wird fündig. Doch dann drängt sie der Vermieter zum Sex mit ihm und anderen. Auch zwei Minderjährige sollen zur Prostitution gezwungen worden sein. Nun steht der Mann vor Gericht.

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    Von
    • Veronika Beer

    Eine junge Frau sucht ein Zimmer – und reagiert im Netz auf die Anzeige eines Mannes, der einen Raum in seiner Wohnung in München anbietet. Er stellt in Aussicht, dass in dem Zimmer Frauen sexuelle Dienste anbieten könnten. Die von Obdachlosigkeit bedrohte und drogenabhängige Frau zieht trotzdem ein.

    Laut Anklage soll die 28-Jährige von dem Mann so unter Druck gesetzt worden sein, dass sie sich schließlich zum Sex mit ihm gezwungen gefühlt haben soll. Außerdem soll sie sich auf sein Drängen prostituiert haben, um die Miete zahlen zu können.

    Minderjährige zur Prostitution gedrängt?

    Auch zwei minderjährige Mädchen im Alter von 15 und 17 Jahren in teils massiven finanziellen und auch psychischen Schwierigkeiten, sowie mit Drogenproblemen soll der Angeklagte zur Prostitution gedrängt und sich an einer von ihnen auch selbst vergangen haben. Dafür muss er sich nun vor dem Landgericht München I verantworten. Die Anklage gegen ihn lautet unter anderem auf Vergewaltigung, Missbrauch Jugendlicher und Zwangsprostitution in mehreren Fällen.

    Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 28-Jährige im Januar 2019 in das Zimmer bei dem Mann eingezogen ist. In der Wohnungsanzeige habe der Mann – laut Anklage Chemiker – gezielt nach einer Frau gesucht. Gegen ihren Willen sei es dann einige Zeit nach ihrem Einzug mehrfach zum Sex zwischen den beiden gekommen.

    Notlage, psychische Probleme und Drogenabhängigkeit

    Obwohl sie sich laut Ermittlungen zuvor noch nie prostituiert habe, habe die Frau auf Drängen des Angeklagten Dutzende Freier empfangen. Dem 58-Jährigen wird vorgeworfen, die finanzielle Notlage, die psychischen Probleme und die Drogenabhängigkeit der Frau erkannt und bewusst ausgenutzt zu haben.

    In München, wo Wohnen seit Jahren immer teurer wird, komme es immer wieder vor, dass Mietern und vor allem Mieterinnen eine Wohnung nur gegen eine sexuelle Gegenleistung angeboten werde, sagt Volker Rastätter, Geschäftsführer des DMB Mietervereins München. Bislang sei dies aber kein Massenphänomen.

    "Hier nutzen gewissenlose Menschen die extreme Wohnungsnot in München und die Notsituation vieler Wohnungssuchender gnadenlos aus." Volker Rastätter, Geschäftsführer des DMB Mietervereins München

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