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Zeugen im Deggendorfer Raser-Prozess: "Gegenseitige Jagd" | BR24

© BR/Christian Riedl

Im Raser-Prozess am Landgericht Deggendorf haben die ersten Zeugen ausgesagt. Übereinstimmend berichteten sie davon, dass die Angeklagten schon vor dem Unfall sehr schnell auf der kurvigen Bergstrecke zum Kalteck im Bayerischen Wald unterwegs waren.

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Zeugen im Deggendorfer Raser-Prozess: "Gegenseitige Jagd"

Im Raser-Prozess am Landgericht Deggendorf haben die ersten Zeugen ausgesagt. Übereinstimmend berichteten sie davon, dass die Angeklagten schon vor dem Unfall sehr schnell auf der kurvigen Bergstrecke zum Kalteck im Bayerischen Wald unterwegs waren.

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Im sogenannten Raser-Prozess haben vor dem Landgericht in Deggendorf die ersten Zeugen ausgesagt. Sie berichteten, dass die beiden Angeklagten schon vor dem Unfall auf der bergigen Strecke gerast seien. Vor allem der Motorradfahrer wurde von Zeugen schwer belastet. Er und ein Autofahrer sitzen auf der Anklagebank, weil sie einen tödlichen Unfall am Kalteck (Lkr. Regen) - auf einer kurvigen Strecke im Bayerischen Wald - verursacht haben sollen.

Zeugenaussagen übereinstimmend

Eine Zeugin nannte die Fahrweise der Angeklagten "extrem waghalsig, verantwortungslos und irrsinnig, man könne es nicht nachvollziehen". Ein Autofahrer, der von Auto- und Motorradfahrer überholt worden war, erklärte, ihm sei das Fahrverhalten der beiden Angeklagten wie eine gegenseitige Jagd aufeinander vorgekommen. Ein weiterer Autofahrer sagte vor Gericht, er habe in der Kurve, in der wenige Minuten später der verhängnisvolle Unfall passierte, ausweichen müssen, um nicht mit dem Autofahrer zusammenzustoßen der ihm offenbar aufgrund überhöhter Geschwindigkeit auf seiner Straßenseite entgegenkam.

Motorradfahrer soll Autofahrer angestiftet haben

Der Motorradfahrer, der zwar nicht unmittelbar an dem schweren Unfall beteiligt war, aber den Autofahrer zu der Raserei angestiftet haben soll, wurde von Zeugen schwer belastet: Zwei Männer erklärten, der inzwischen 54-Jährige habe nach dem Unfall keine Erste Hilfe geleistet und sei zunächst von der Unfallstelle geflüchtet. Eine Frau sagte, der Name des Motorradfahrers sei in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit Raserei auf der Kalteck-Bergstrecke immer wieder zu vernehmen gewesen.

Gericht muss klären, ob es ein illegales Rennen war

Seit dem vergangenen Montag müssen sich zwei inzwischen 28 und 54 Jahre alten Männer wegen eines schweren Verkehrsunfalls im vergangenen Sommer verantworten. Sie sollen auf der Kalteck-Strecke im Bayerischen Wald ein illegales Rennen zwischen einem Motorrad und einem Sportwagen gefahren sein. Dabei hatte der Fahrer des Sportwagens die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in ein entgegenkommendes Auto geprallt. Dessen Fahrer starb noch an der Unfallstelle, sein zehn Jahre alter Sohn überlebt knapp. Er leidet an den Folgen des schweren Unfalls. Ein Urteil wird Mitte November erwartet.