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Zerstörtes Storchennest von Ramspau: Pfarrgemeinde droht Anzeige | BR24

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Bis gestern gab's auf dem Kirchendach von Ramspau ein Storchennest - das ist jetzt weg, entfernt offenbar im Auftrag der Kirche. Weil Störche unter Naturschutz stehen, wird jetzt ermittelt - was den Störchen aber wenig nützt, sie müssen neu bauen!

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Zerstörtes Storchennest von Ramspau: Pfarrgemeinde droht Anzeige

Weil die Kirchenbesucher in Ramspau vor Vogelkot geschützt werden sollten, hat die Pfarrgemeinde unerlaubt einen Storchenhorst vom Giebel der Kirche abgeräumt. Jetzt droht den Verantwortlichen deshalb eine Anzeige.

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Die Pfarrgemeinde von Ramspau im Kreis Regensburg hat das Nest eines Storchenpaares vom Kirchendach räumen lassen. Das sorgt für große Empörung vor Ort. Den Verantwortlichen drohen nun strafrechtliche Konsequenzen.

Verstoß gegen Bundesnaturschutzgesetz

Das Nest der streng geschützten Weißstörche hätte nach Auskunft des Regensburger Landratsamtes nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Regierung der Oberpfalz entfernt werden dürfen. Eine solche habe nicht vorgelegen, damit hätten sich die Verantwortlichen eines Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz schuldig gemacht. Solche Verstöße können nach Angaben der Kreisbehörde mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden.

Der Regensburger Anwalt Florian Münch teilte am Freitagnachmittag mit, er haben wegen der Zerstörung des Storchennests in Ramspau bei der Staatsanwaltschaft Regensburg Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Pfarrgemeinde hatte den Horst vom Giebel oberhalb des Kirchenportals entfernen lassen, weil der herabfallende Vogelkot immer wieder Kirchenbesucher getroffen haben soll. Die Kirche von Ramspau wird gerne für Hochzeiten genutzt.

Bürgermeister ist verärgert

In Regenstauf wächst unterdessen die Empörung über den Umgang mit dem Storchenpaar. Bürgermeister Siegfried Böhringer nannte die Aktion der Pfarrgemeinde bedauerlich: "Da hätte man sich erst informieren sollen, bevor man so eine Aktion einleitet." Es wäre naheliegend gewesen, erst einmal bei Experten nachzufragen, was zu tun ist, sagte Böhringer zum BR. In Regenstauf betreibt der Landesbund für Vogelschutz eine Auffang- und Pflegestation. Hier hätte man sich Rat holen können, sagte der Bürgermeister.

Die Störche von Ramspau zeigten sich am Freitag unbeeindruckt. Einen Tag nach der Zerstörung ihres Nestes sind sie auf das Kirchendach zurückgekehrt und haben an der gleichen Stelle mit dem Bau eines neuen Nestes begonnen.

Was passiert mit zweitem Storchennest?

In Regenstauf gibt es noch ein weiteres Storchennest, das womöglich entfernt werden muss: Ein Kaminkehrer hat das Nest auf dem Kamin des Mehrgenerationenhauses beanstandet, weil die Abgase nicht richtig abziehen können. Hier hat die Bezirksregierung einer Entfernung des Nests zugestimmt, weil eine "Gefährdungslage durch die Bautätigkeit anzunehmen" sei.

Unter dem Eindruck der Aufregung um das Ramspauer Storchennest sagte Bürgermeister Böhringer, man werde jetzt überlegen, ob dieses Nest tatsächlich entfernt werden muss, oder man womöglich bis nach der Brutzeit wartet.

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Weil die Kirchenbesucher in Ramspau vor Vogelkot geschützt werden sollten, hat die Pfarrgemeinde unerlaubt einen Storchenhorst vom Giebel der Kirche abgeräumt. Jetzt droht den Verantwortlichen deshalb eine Anzeige.