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Beschädigte Gondel der Zugspitz-Bahn

Die Betreiber wollen die 15 Tonnen schwere Gondel samt Bergekorb vorsichtig über das Zugseil nach oben zur Bergstation ziehen und diese dort zerlegen. Die Einzelteile können dann ins Tal gebracht werden. Die Gondel war beim Aufprall einer Bergegondel teilweise aus den Trageseilen gesprungen.

Tragseile offenbar nicht beschädigt

Die beschädigte Gondel dürfte einen Totalschaden erlitten haben, erklärte der Leiter der Seilbahnaufsicht bei der Regierung Oberbayern, Albert Lippert, bei der Bayern 2 radioWelt.

Die gute Nachricht sei: Die Tragseile hätten das unbeschadet überstanden. Das hätten Filmaufnahmen ergeben, die bei einem Drohnenflug entstanden sind. Eine Bergung der Gondel per Hubschrauber sei ausgeschlossen, weil sie zu schwer sei, so Lippert weiter.

Neue Kabine soll kommen

Parallel dazu ist eine komplett neue Seilbahnkabine in Auftrag gegeben worden, wann die fertig sein wird, ist immer noch völlig unklar.

Experten tüfteln Bergung aus

Ingenieure, Statiker und Techniker hatten lange über die Bergung der verunglückten Seilbahn-Kabinen beraten müssen. Sie werteten Fotos aus, die mit einer Drohne aufgenommen wurden.

Vorbereitungen erst ab nächster Woche

Die verkeilte Kabine und der Bergekorb hängen an der steilsten Stelle der Seilbahn – an der Zugspitz-Nordwand. Um direkt zur Unfallstelle zu gelangen, müsste eine zweite Berge-Seilbahn auf die Tragseile gesetzt werden. Nächste Woche sollen die Vorbereitungen für die Bergung beginnen.

Unfall bei Routineübung

Am Mittwochabend war bei einer Routineübung ein Kettenzug gerissen. Deswegen war der Bergekorb, der eigentlich langsam heruntergelassen werden sollte, ungebremst auf die leere Gondel geprallt. Auf die Frage, was passiert wäre, wenn Menschen an Bord gewesen wären, sagte Lippert nur: "Daran wollen wir gar nicht denken."

Unglücksursache wohl nicht zu klären

Die genaue Unglücksursache wird sich seinen Aussagen zufolge nicht mehr feststellen lassen: "Es müsste ein Materialfehler sein oder ein Herstellungsfehler. Das kann man wahrscheinlich gar nicht mehr rekonstruieren, weil das schadhafte Kettenglied irgendwo in der Nordwand der Zugspitze liegt." Jetzt werde man sich Gedanken machen, ob man zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einbauen muss.