BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Zerstörte Denkmäler: Bald fünf Millionen Euro Strafe? | BR24

© BR/Moritz Steinbacher
Bildrechte: BR/Moritz Steinbacher

Juli 2019: Die Abrissstelle in München-Giesing, wo einst das Uhrmacherhäusl stand - daneben ein Schild mit der Aufschrift "Gier ändert alles".

21
Per Mail sharen

    Zerstörte Denkmäler: Bald fünf Millionen Euro Strafe?

    Wer Denkmäler zerstört, muss schon jetzt mit bis zu 250.000 Euro Strafe rechnen - trotzdem gibt es immer wieder Fälle. CSU und Freie Wähler wollen deshalb den Strafrahmen auf bis zu fünf Millionen Euro erhöhen. Eine Mehrheit im Landtag ist dafür.

    21
    Per Mail sharen
    Von
    • Eva Eichmann
    • Maximilian Heim

    Für große Aufregung sorgte das "Uhrmacherhäusl" in München-Giesing erst, als es nicht mehr da war. Denn im September 2017 entschied der Eigentümer, das denkmalgeschützte Haus abreißen zu lassen - illegal wohlgemerkt. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach von einem Skandal, für viele wurde das einstige Handwerkerhaus zum Sinnbild für skrupellose Immobiliengeschäfte.

    Immer wieder kommt es vor, dass Denkmäler oder Bodendenkmäler einfach abgerissen werden - und Grundstücke mit maximalem Gewinn weiterverkauft oder bebaut. Bisher beträgt die Strafe in Bayern dafür maximal 250.000 Euro. Das aber dürfte sich bald ändern: CSU und Freie Wähler wollen den Strafrahmen auf bis zu fünf Millionen Euro erhöhen. Heute sprach sich auch der Wissenschaftsausschuss des Landtags mehrheitlich für den entsprechenden Gesetzentwurf aus. Damit gilt als sicher, dass der Landtag in einigen Wochen für das Gesetz stimmt.

    CSU-Politiker fordert "volle Härte"

    "Wer um des Profits willen zerstörerisch handelt, den muss die volle Härte treffen", sagte der Ausschuss-Vorsitzende Robert Brannekämper (CSU). Er hält die drastische Erhöhung der Geldstrafe für einen wichtigen Beitrag zur Denkmalpflege in Bayern.

    Die Grünen im Landtag würden gerne noch einen Schritt weitergehen. Sie wollen den Straftatbestand der Zerstörung ins Denkmalschutzgesetz aufnehmen. Damit würden bis zu zwei Jahre Freiheitsentzug drohen, so wie in anderen Bundesländern auch. Die Grünen-Abgeordnete Sabine Weigand verwies auf das eingangs erwähnte "Uhrmacherhäusl". Dessen Zerstörung ist laut ihr ein Paradebeispiel für Denkmal-Frevel. Eine Freiheitsstrafe lehnen CSU und Freie Wähler aber ab.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!