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Allianz gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten in Würzburg | BR24

© BR / Eberhard Schellenberger

Neues Zentrum zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten - Eberhard Schellenberger im Gespräch mit Burkard Kömm, Geschäftsführer DAHW

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Allianz gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten in Würzburg

Vernachlässigte Tropenkrankheiten bekämpfen – das ist das Ziel eines neuen Zentrums, das am Mittwochnachmittag in Würzburg startet. Die Allianz aus Forschern und Institutionen will ein nationales Netzwerk gegen armutsbedingte Krankheiten aufbauen.

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Die neue Initiative der Würzburger Institutionen trägt den Namen „Deutsches Zentrum für die sektorenübergreifende Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten“ (DZVT). Unter vernachlässigten Tropenkrankheiten fallen laut WHO-Definition Krankheiten, die hauptsächlich in den Tropen auftreten und hierzulande oft unbekannt sind. Dazu zählen unter anderem die Afrikanische Schlafkrankheit oder das Dengue-Fieber, aber auch AIDS, Tuberkulose und Malaria.

Mehr als eine Milliarde Menschen betroffen

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit etwa 1,4 Milliarden Menschen an vernachlässigten Tropenkrankheiten erkrankt . Viele Millionen sterben jährlich an den Folgen. Gründe hierfür sind unter anderem fehlende Medikamente und Impfstoffe. Zudem tragen schlechte Lebensbedingungen, mangelnder Zugang zu gesunder und ausreichender Nahrung sowie der fehlende Zugang zu Trinkwasser, medizinischer Versorgung oder Bildung zur Ausbreitung dieser Krankheiten bei.

Nicht nur medizinische Probleme im Focus

Mit der Gründung des DZVT soll eine Allianz geschmiedet werden, die sich nicht nur auf die medizinischen Probleme konzentriert. Vielmehr will das DZVT das Problem gesamtgesellschaftlich angehen. Denn „das durch die Krankheiten verursachte Leid der betroffenen Menschen sei enorm und der volkswirtschaftliche Schaden kaum zu beziffern“, so das DZVT.

Allianz vieler Mitstreiter

Zu den beteiligten Organisationen gehören unter anderem das Missionsärztliche Institut, das Uniklinikum Würzburg, die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), die Deutsche Gesellschaft für Parasitologie, und die katholische Gemeinschaft Sant’Egidio. Weitere nationale Akteure sollen folgen. Beim Gründungssymposium in Würzburg soll Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sprechen. „Das DZVT soll zu einer nationalen Plattform werden, mit deren Hilfe vernachlässigte Tropenkrankheiten im gesellschaftlichen Kontext und sektorübergreifend erforscht und bekämpft werden“, so das DZVT.