Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Zeitzeugen-Wanderung zum 30-jährigen Mauerfall | BR24

© BR/Annerose Zuber

Eine Wanderung entlang der alten Grenze von Probstzella in Thüringen nach Lauenstein in Oberfranken: Zum dreißigjährigen Mauerfall lassen Zeitzeugen die Geschichte von damals wieder aufleben.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Zeitzeugen-Wanderung zum 30-jährigen Mauerfall

30 Jahre ist es her, dass Deutschland geteilt war. Noch heute erinnern sich Zeitzeugen an die Beklemmung an der innerdeutschen Grenze – auf einer Audio-Wanderung von Thüringen nach Franken.

Per Mail sharen
Teilen

Stimmen von Zeitzeugen begleiten die Wanderer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf einem Rundweg von Probstzella (Thüringen) nach Lauenstein (Oberfranken). Die Audio-Tour "Vom Loquitztal zur Märchenburg" nimmt seine Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit mit. Am Startpunkt, dem kleinen thüringischen Städtchen Probstzella, war früher einer der größten Grenzbahnhöfe zwischen Ost- und Westdeutschland. Bis zum Mauerfall mussten hier alle Züge von München über Nürnberg nach Leipzig und Berlin eine Zwangspause einlegen.

Scharfe Kontrollen bei der Durchreise

Ein Zeitzeuge berichtet, dass die Grenzkontrollen sehr streng waren. Man habe sogar Äpfel und Orangen auseinander geschnitten und diese kontrolliert. Eine Schikane, die Reisende früher in Kauf nehmen mussten.

Der Rundweg von Thüringen nach Oberfranken

Der 14 Kilometer lange Rundweg führt vom Bahnhof Probstzella bergauf, durch die Täler des Thüringer Schiefergebirges und die Hochlagen des Frankenwalds. Teilweise verläuft er direkt auf dem ehemaligen Kolonnenweg der DDR-Soldaten, heute "Das Grüne Band" genannt. Unterwegs bekommen die Wanderer eine herrliche Aussicht auf die Landschaft. Auf der Strecke liegen zum Beispiel das imposante Bauhaushotel "Haus des Volkes" in Probstzella, der Aussichtsturm "Thüringer Warte" und die Pralinen-Manufaktur in Lauenstein unterhalb der Burganlage.

Geschichte greifbar machen

Entlang des Weges sind immer wieder Infotafeln aufgestellt. Auf den Tafeln befinden sich Nummerierungen mit denen man per Handy Aufnahmen von Zeitzeugen abrufen kann. Alternativ kann man diese auch schon vorweg zuhause herunterladen und vor Ort abspielen. Die Geschichten von damals versprechen Spannung. Sie erzählen von der Enttarnung einer DDR-Agentin in Ludwigsstadt oder der Zwangsumsiedlung einer einfachen Bauernfamilie durch das SED-Regime.

Eine Zeitreise folgt der nächsten

Zurück in Probstzella kann man noch eine weitere Zeitreise unternehmen, denn das sogenannte „Haus des Volkes“ hat nichts mit der DDR zu tun. Das imposante Hotel entstand schon in den 1920er-Jahren und ist ein eindrucksvolles Beispiel der Bauhaus-Architektur. Der großzügige Fabrikant Franz Itting kurbelte damals mit dem Bau den Tourismus an und schuf mit dem Haus gleichzeitig ein einzigartiges Kulturangebot in dem kleinen Städtchen. Nach der Wende stand das Haus leer. Inzwischen wurde die denkmalgeschützte Ruine vom Probstzellaer Unternehmer Dieter Nagel saniert und wieder als Hotel eröffnet. Gerne nutzen auch Grenzwanderer das Hotel zur Unterkunft.

Weitere Informationen

Es empfiehlt sich, die Grenzroute vorab auszudrucken, da die Beschilderung nicht einheitlich ist. Die Audio-Dateien gibt es zum Download hier.

Infos zum Wanderweg "Vom Loquitztal zur Märchenburg" gibt es beim Grünen Band Deutschland und beim Regionalverbund Thüringer Wald.