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Zehn Tage nach Notre-Dame: Zwei Rottaler erinnern sich | BR24

© Fritz Prinz

Die Zwillinge Peter und Paul Prinz aus Wurmannsquick, auf dem Dach von Notre-Dame

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    Zehn Tage nach Notre-Dame: Zwei Rottaler erinnern sich

    Vor zehn Tagen haben die Bilder aus Frankreich von dem verheerenden Brand der alten Kathedrale Notre-Dame die ganze Welt geschockt. Auch zwei Männer aus dem Landkreis Rottal-Inn: Sie erinnerten sich an ihre Mutprobe vor über 50 Jahren.

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    Zehn Tage ist es her, dass die Eilmeldung "Notre-Dame in Flammen" über alle Sender lief. Den ein oder anderen haben die Bilder an selbst erlebte schreckliche Brände erinnert. Manche mussten zurückdenken, wie sie in Paris schöne Urlaubsstunden verbracht hatten. Zwei Männer aus Wurmannsquick im Kreis Rottal-Inn haben sich sofort ihrer Mutprobe im Kindesalter entsinnt.

    Mutprobe auf dem Dach von Notre-Dame

    Peter Prinz und sein Zwillingsbruder Paul waren 1968 im Alter von sechs Jahren zusammen mit ihren Eltern auf der Aussichtsplattform von Notre-Dame. Während die Eltern die Aussicht über die Stadt genossen, kletterten die Buben unbemerkt auf einen der beiden knapp 70 Meter hohen Türme. Oben, neben der Antenne, saßen sie dann und genau dort entstand das unglaubliche Foto: Zwei Buben auf dem Dach der altehrwürdigen Kathedrale. Der Vater schoss es.

    "Das war wohl strengstens verboten, da hoch zu klettern. Aber wir haben ja kein Französisch verstanden und weil wir immer irgendwo rauf geklettert sind, sind wir mit einer Räuberleiter auch da rauf. Das ging ganz einfach." Peter Prinz, einer der Zwillingsbrüder

    Der Vater habe seine insgesamt sechs Söhne mit Wettkampfgedanken und auch Mutproben erzogen, erzählt Prinz. Deshalb haben sich die damals Sechsjährigen dabei gar nichts gedacht. "Wir haben immer Mutproben gemacht und sind irgendwo rauf geklettert. Es waren ja nur 1,20 Meter da hoch." Bis heute - über 50 Jahre nach dem Foto - klettern und wandern die beiden Zwillingsbrüder gerne.

    Eltern blieben cool und machten erstmal ein Foto

    Auf die Frage, ob die Eltern nicht entsetzt waren vor Angst, als sie ihre Zwillinge dort oben entdeckten, sagt der heute 56-jährige Peter, dass eigentlich nur der Notre-Dame-Ordner getobt habe:

    "Der Ordner hat uns oben entdeckt. Er hat sich aufgeführt wie ein Irrer. Meine Eltern waren keine 'Übereltern'. Die waren mit sieben Kindern viel gewohnt. Mein Vater war ganz cool und sagte 'Halts euch fest, jetzt machen wir erstmal ein Foto'. Dann das Foto und dann sind wir vom Dach wieder runter gerutscht." Peter Prinz, einer der Zwillingsbrüder

    1968 hatte seine Schwester in Paris studiert. Mit seinen Eltern durften er und sein Bruder - weil sie die jüngsten der sieben Geschwister waren - die große Schwester dort besuchen. Bei der Stadtbesichtigung kamen sie auch in die berühmte Kathedrale Notre-Dame.

    © Fritz Prinz

    Eine Postkarte von Notre-Dame, auf der Fritz Prinz markiert hat, wo seine Zwillinge gesessen sind

    Alte Fotos digitalisiert und archiviert

    Der Brand von Notre-Dame veranlasste Peter Prinz dazu, die Fotos vom Familienurlaub in Paris nochmal herauszusuchen. Das sei auch nicht schwer gewesen, denn er habe alle Fotos seines Vaters digitalisiert und archiviert. Eine sehr zeitraubende Aufgabe, aber allein schon wegen des Notre-Dame-Fotos war es das wert, so Peter Prinz.