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Zehn Jahre Missbrauchsskandal im Kloster Ettal | BR24

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Kloster Ettal - ein Idyll zwischen malerischen Bergen des Ammergebirges. Unvorstellbar was dort vor 10 Jahren ans Licht kam: Missbrauch und Misshandlung durch Benediktinermönche.

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Zehn Jahre Missbrauchsskandal im Kloster Ettal

Vor genau zehn Jahren, am 22. Februar 2010, kam der Missbrauch im Kloster Ettal ans Licht. Im Internat der Benediktinerabtei wurden über Jahrzehnte Schüler geschlagen und missbraucht. Die Klosterleitung hat mittlerweile Konsequenzen gezogen.

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"Du musst verheimlichen, du musst lügen, du darfst nichts sagen!" - das waren die unausgesprochenen Gebote im Kloster Ettal, über Jahrzehnte. 

Der Abschlussbericht des Sonderermittlers ist ein Protokoll des Unfassbaren: In 180 Seiten geht es um Prügel, Missbrauch und Methoden, Schüler psychisch zu quälen. Etwa 100 Internatsschüler wurden sexuell missbraucht und körperlich misshandelt, 15 Benediktiner-Mönche stehen als Täter im Verdacht. 

Die meisten Taten verjährt

Die meisten Taten sind verjährt - nur ein Pater kam für sieben Jahre wegen sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis. Erst auf Verlangen eines gegründeten Opfervereins geht das Kloster offensiv in Aufarbeitung.

70 ehemalige Schüler werden entschädigt, sie bekommen zwischen 5.000 und 20.000 Euro.

Zwei Pädagogen kontrollieren sich nun gegenseitig

Dieser Betrag sei laut Ettaler Opferverein ein sehr wichtiges Schuldanerkenntnis gewesen. Zusätzlich werden Therapiekosten übernommen und eine wissenschaftliche Studie arbeitete die Geschehnisse auf. Dadurch kam alles auf den Tisch und für die vielen  Betroffenen sei damit ein Schlusspunkt gesetzt worden, so ein Sprecher des Ettaler Opfervereins.

Auch die Klosterleitung hat Konsequenzen gezogen. Mittlerweile gibt es ein Präventionskonzept im Kloster Ettal. Dieses sieht unter anderem vor, dass nun immer zwei Pädagogen für eine Internatsgruppe zuständig sind – sie sollen sich austauschen und auch gegenseitig kontrollieren.

Brief eines Jesuitenpaters brachte vor 10 Jahren Missbrauchsskandal ins Rollen

Im Januar 2010 titelte die Berliner Morgenpost: "Canisiuskolleg – Missbrauchsfälle an Berliner Eliteschule". Basis dieses Artikels war ein Brief des Rektors des Jesuiten-Gymnasiums an Ehemalige. Das war der Auslöser, durch den zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche öffentlich bekannt wurden. In Bayern machte vor allem der Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen und im Kloster Ettal Schlagzeilen.

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Kloster Ettal - ein Idyll zwischen malerischen Bergen des Ammergebirges. Unvorstellbar was dort vor 10 Jahren ans Licht kam: Missbrauch und Misshandlung durch Benediktinermönche.