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Zehn Jahre Haft nach schwerer Körperverletzung mit Todesfolge | BR24

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Das Landgericht Memmingen hat einen Mann wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren verurteilt.

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Zehn Jahre Haft nach schwerer Körperverletzung mit Todesfolge

Das Landgericht Memmingen hat einen Mann wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt. Zwei weitere Mitangeklagte wurden freigesprochen, da man ihnen keine Beteiligung an der Tat nachweisen konnte.

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Drei Männer standen wegen des Vorwurfs gemeinschaftlichen Totschlags vor dem Landgericht Memmingen. Zwei von ihnen wurden am Freitagnachmittag freigesprochen. Den Dritten verurteilte das Landgericht wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren mit zusätzlicher Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angeklagter prügelt 46-Jährigen zu Tode

Die Richter des Schwurgerichts sahen es als erwiesen an, dass der Mann vergangenen September einen Bekannten in Bad Wörishofen getötet hatte. So fand sich unter anderem die DNA des Angeklagten am Körper des Opfers.

Auch war der Mann in der Vergangenheit bereits unter Alkoholeinfluss gewalttätig und dafür auch verurteilt worden. Sein 46-jähriges Opfer hatte er in einem Wohnheim zu Tode geprügelt.

60 Schläge und Tritte prasselten auf das Opfer ein, der Mann erlitt unter anderen ein schweres Schädel-Hirn Trauma, einen Nasenbeinbruch und zahlreiche Hämatome, er erstickte schließlich an seinem eigenen Blut.

Freispruch für zwei weitere Angeklagte

Das Landgericht hat die zwei weiteren Angeklagten freigesprochen. Man könne ihnen keine Beteiligung an der Tat nachweisen, so die Richter. Alle Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert, sie hatten bereits am Nachmittag große Mengen an Wodka und Bier getrunken. Gegen Mitternacht war es dann zum Streit unter den Männern gekommen.

Angeklagte wollten Tat vertuschen

Die drei Männer wuschen den 46-Jährigen und legten ihn ins Bett. Auch einen Teppich, der voller Blut war, reinigten sie mit Wasser. Laut Staatsanwaltschaft wollte der Hauptangeklagte damit die Tat vertuschen, Auslöser war offenbar ein nichtiger Anlass.

Staatsanwalt forderte Haftstrafen für alle Angeklagten

Die Tötung sei nicht gezielt geplant worden, es habe sich vielmehr um einen Gewaltexzess gehandelt, bei dem sich eine Gruppendynamik entfaltet hatte und der Tod des Opfers billigend in Kauf genommen wurde, so der Staatsanwalt. Er hatte für Haftstrafen von 13 bis 15 Jahren für die drei Angeklagten plädiert.

Verteidigung plädierte auf Freispruch

Die Verteidiger hingegen hatten Freispruch für ihre Mandanten gefordert, das Verfahren beruhe in erster Linie auf Indizien. Aus der Tatsache, dass die Angeklagten zum Tatzeitpunkt anwesend waren, dürfe man zudem nicht auf eine Beteiligung schließen, so die Anwälte.