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Am Weltbienentag der Vereinten Nationen weist der Imkerbund darauf hin, dass wegen Klimawandel, Flächenversiegelung und Pestiziden in der Landwirtschaft 300 Wildbienenarten als gefährdet gelten. Aktuell sind viele Bienenstöcke in Bayern noch leer.

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Zandt punktet mit langjähriger Blühflächen-Initiative

Die Gemeinde Zandt im Landkreis Cham zieht am heutigen "Welttag der Bienen" die Aufmerksamkeit auf sich. Mit der Initiative "Zandt, die blühende Gemeinde" hat sie bereits einen Preis des Landwirtschaftsministeriums gewonnen. Das Engagement wächst.

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Von
  • Renate Roßberger

Zum heutigen "Welttag der Bienen" kann die Oberpfälzer Gemeinde Zandt mit ihrer Blühflächen-Aktion punkten. In der 2.000-Einwohner-Gemeinde haben im Jahr 2006 Jäger damit angefangen, in Wiesen am Orts-und Waldrand, Blühstreifen für das Wild anzusäen. 2017 wurde daraus die Initiative "Zandt, die blühende Gemeinde", die letztes Jahr auch den 1. Preis des bayerischen Landwirtschaftsministeriums beim Wettbewerb "Landwirt.Imker.Miteinander" gewonnen hat.

100 Grundstücksbesitzer nehmen teil

In und um den Ort machen inzwischen rund 100 Grundstücksbesitzer mit. Vom Landwirt, der Blühstreifen oder ganze Blumenwiesen sät und pflegt, bis zum Gartenbesitzer, der statt den Rasen zu mähen Wildblumen wachsen lässt. Auch die Gemeinde hat auf ihren eigenen Flächen immer mehr Blühflächen, die man dann auch über den Winter stehen lässt, damit Insekten in den hohlen Stängeln überwintern können.

Früher galten Blühflächen als "Schlamperei"

Anfangs kritisierten das manche noch als "Schlamperei", erzählt Bürgermeister Hans Laumer. Inzwischen ist der Gedanke des Arten-und Insektenschutzes so sehr in den Köpfen der Bevölkerung, dass er immer wieder Anregungen bekommt, wo man noch was aussäen könnte. Aus 7 Hektar insekten-und bienenfreundlicher Blühfläche sind inzwischen über 40 Hektar geworden und das soll nicht das Ende sein. Rund 100 Obstbäume wurden gepflanzt, heuer wurden mit Kindern 30 Vogelhäuschen aufgehängt. Jedes Jahr kommen mehr Flächen dazu und auch neue kreative Ideen.

Vorteil: Bürgermeister vom Fach

Zandt profitiert davon, dass Hans Laumer, neben seinem Ehrenamt als Bürgermeister, als hauptberuflicher Wildlebensraumberater für Niederbayern arbeitet, sich also fachlich auskennt. Er hat auch schon selbst mit dem Traktor Flächen bei Gartenbesitzern umgefräst, um dort insektenfreundliche Blühpflanzen anzusäen. Das Umfräsen, also die Entfernung des alten Bewuchses ist die Grundvoraussetzung. Einfach Samen in eine Wiese streuen, bringt nämlich gar nichts, betont Laumer, der auch davon abrät, irgendwelche Samentütchen zu kaufen.

"Showmischungen" nicht für Bienen geeignet

Manche Blumensamen, die als bienenfreundlich verkauft werden, enthalten exotische Mischungen, die wenig für heimische Insekten bringen. So kommen zum Beispiel manche heimischen Wildbienen mit ihrem Rüssel gar nicht in exotische Blüten hinein, um den Nektar zu erreichen. Zwar wurden an manchen exponierten Stellen im Ort auch "solche Showmischungen" angesät, sagt der Bürgermeister, um was für das Auge zu bieten. Aber das sollen Ausnahmen bleiben. Hans Laumer empfiehlt als Samenmischung zum Beispiel die sogenannte KULAP-Mischung aus dem Vertragsnaturschutz, die es auch im Landwirtschaftshandel zu kaufen gibt. Diese Mischungen enthalten Samen, die tatsächlich heimische Insekten fördern.

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