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Zahnspange aus dem 3-D-Drucker | BR24

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Zwei Erfinder aus Nürnberg machen Zahnspangen im 3D-Drucker. In nur vier Minuten sind Zähne und Gaumen mit einem Scanner vermessen. Nach vier Stunden ist die Zahnspange aus dem 3D-Drucker fertig.

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Zahnspange aus dem 3-D-Drucker

Zwei Erfinder, ein Kieferorthopäde und ein Spezialist für 3-D-Druck aus Nürnberg wollen die Herstellung von Zahnspangen revolutionieren. Sie haben eine Methode entwickelt, wie Zahnspangen mit dem 3-D-Drucker hergestellt werden können.

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Seit Jahrzehnten ist die Herstellung von lockeren Zahnspangen unverändert: Es wird ein Abdruck vom Kiefer gemacht, in Gips gegossen und anhand dieses Modells dann die Zahnspange aus Kunststoff und Drähten gefertigt. Zwei Erfinder aus Nürnberg wollen nun die Herstellung der Spangen nun revolutionieren: mit dem 3D-Drucker.

Der Spezialist für 3D-Druck Markus Utomo und der Kieferorthopäde Georgios Giotakis wollen neue Zahnspangen machen, die besser passen und deshalb von den Kindern auch lieber getragen werden. Und deshalb blitzt es nun im Kindermund. Mit einem Scanner vermessen sie Zähne und Gaumen – es entsteht ein digitaler Abdruck. Mit Pausen für den kleinen Patienten dauert die ganze Prozedur nur drei bis vier Minuten. Die Metallschaufel mit der unangenehmen, dicken Abdruckmasse ist Vergangenheit.

Weniger Arbeitsschritte – weniger Fehlerquellen

Viele Arbeitsschritte der konventionellen Herstellung fallen nun weg. "Damit fallen auch viele Fehlerquellen weg", sagt Giotakis. Direkt nach dem Scan landen die Daten und das digitale Modell am Rechner der Start-Up-Gründer. Sie haben ein Programm geschrieben, das nun anhand des Zahnscans die 3D-Vorlage für die Spange berechnet.

Markus Utomo erklärt die Vorteile: "Wir sind wirklich super genau am Kiefer, an den Zähnen dran und haben nun auch den Vorteil, dass wir auf die metallischen Halterungen, die die Spange früher in Position gebracht und gehalten haben, komplett verzichten können.“ Die Spange hält nun einfach dadurch, dass sie perfekt sitzt.

Vier Jahre an 3-D-Zahnspangen getüftelt

Etwa vier Stunden braucht der 3D-Drucker, bis er die fertigen Spangen ausspuckt. Vier Jahre haben die Erfinder getüftelt, bis sie mit ihren Zahnspangen zufrieden waren – die größte Herausforderung: die Entwicklung des richtigen Materials. "Es muss geeignet sein, dass man es im Mund trägt. Es darf natürlich nicht zu fest sein, es darf auch nicht zu weich sein, denn es muss ja auch am Kiefer wirken", so Utomo. Nach dem Druck werden die Spangen noch gehärtet und entgratet. Vom Scan bis zum Einsetzten vergehen so zwei Tage.

Erste Patienten sind begeistert

Emilia Wiesengrund ist zur Kontrolle in der Nürnberger Praxis – sie trägt die lose Spange seit ein paar Wochen und berichtet: "Es ist so, dass ich keine Drähte mehr habe, die mich im Zahnfleisch stören. Es fühlt sich nicht mehr so an, als hätte ich da irgendwelche Fremdkörper. Und es fühlt sich besser an, weil sie sich besser an den Gaumen anpasst und es redet sich auch leichter."

Zu Beginn hatte Giotakis all seinen Patienten zwei Spangen gefertigt – eine konventionelle Spange und eine aus dem 3D-Drucker. "Wir freuen uns, dass eigentlich alle die neue Variante bevorzugen", berichtet Giotakis.

Erste Kasse übernimmt die Kosten

Die Spange aus dem 3D-Drucker ist in der Herstellung nicht teurer, als die konventionelle. Utomo und Giotakis haben schon eine erste Krankenkasse überzeugt, die Kosten zu übernehmen. Und die beiden haben schon zahlreiche Anfragen für ihre Erfindung erhalten.

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