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Erfreuliche Nachrichten von Bayerns Straßen: Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr gesunken - laut Innenminister Joachim Herrmann auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren. Aber die Zahl der Verkehrsunfälle ist weiter gestiegen.

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Zahl der Verkehrstoten in Bayern auf Rekordtief

Erfreuliche Nachrichten von Bayerns Straßen: Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr gesunken - laut Innenminister Joachim Herrmann auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren. Aber die Zahl der Verkehrsunfälle ist weiter gestiegen.

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Auf Bayerns Straßen sind im vergangenen Jahr so wenige Menschen gestorben wie seit mehr als 60 Jahren nicht. 541 Menschen kamen ums Leben. Das sind 12,5 Prozent weniger als 2018 (618). "Das ist der niedrigste Stand bei der Zahl der Verkehrstoten seit Beginn der Unfallaufzeichnungen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2019. Damit hat der Freistaat sein Ziel vorzeitig erreicht. Denn das vor sieben Jahren gestartete Verkehrssicherheitsprogramm "Bayern mobil – sicher ans Ziel" hatte sich vorgenommen, bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten auf unter 550 zu senken.

Aufgeschlüsselt nach Fortbewegungsmittel saßen im vergangenen Jahr 46 Prozent der Verkehrstoten im Auto, 21 Prozent auf dem Motorrad, 14 Prozent auf dem Rad, elf Prozent waren zu Fuß unterwegs und vier Prozent saßen im Lkw.

Weniger Verkehrstote – mehr Verkehrsunfälle in 2019

Auch wenn die Zahl der Verkehrstoten gesunken ist, so lässt eine andere Zahl doch aufhorchen: Die Verkehrsunfälle sind erneut gestiegen. Vor acht Jahren waren es noch gut 350.000 Verkehrsunfälle, 2018 registrierte die Polizei 410.252 Verkehrsunfälle, 2019 waren es 416.611. Das sind 1,6 Prozent mehr. Damit setzt sich der traurige Trend von Jahr zu Jahr fort.

Bayerns Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer begründete diese Entwicklung damit, dass immer mehr Menschen mit immer mehr Autos auf den Straßen unterwegs sind. "Wir haben jetzt in Bayern das Phänomen, dass bald fast schon so viele Autos da sind wie Einwohner. 13 Millionen Menschen leben in Bayern und mehr als zehn Millionen Autos sind gemeldet."

Joachim Herrmann: "Zu schnelles Fahren ist der Killer Nummer eins"

Trotz der Unfallzunahme zeigte sich der Innenminister zufrieden mit der Entwicklung auf Bayerns Straßen. "Wenn man sieht, dass vor 50 Jahren allein in Bayern über 3.500 Menschen in einem Jahr ums Leben gekommen sind im Straßenverkehr und es im vergangenen Jahr 541 waren, dann zeigt sich jetzt ein riesiger Fortschritt in der Verkehrssicherheit."

Aber die 541 Tote sind laut Herrmann immer noch zu viel. Hauptursache für die tödlichen Verkehrsunfälle ist nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit. "Zu schnelles Fahren ist der Killer Nummer eins auf unseren Straßen", sagte der Innenminister. Dennoch sprach er sich gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen aus. "Wir stellen auch bei den aktuellen Zahlen wieder fest: Auf der Autobahn zu fahren ist sicherer im Vergleich zu den Landstraßen."

Zahl der Radfahrunfälle gesunken – zwei Drittel der Radler Verursacher

Weitere Ursachen für Verkehrsunfälle sind Alkohol am Steuer und Anschnall-Verweigerer. 40 Menschen wurden 2019 bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss getötet. Fast jeder fünfte tödlich verunglückte Autoinsasse war laut Statistik nicht angeschnallt. Das kostete 47 Menschen das Leben. Drei Kinder starben, weil sie als Mitfahrer nicht ordnungsgemäß gesichert waren, teilte die Polizei mit.

Radfahren in Bayern ist offensichtlich sicherer geworden. Die Zahl der Fahrradunfälle sank zumindest im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent. Innenminister Herrmann lobte diese Entwicklung, zumal immer mehr Radler auf den Straßen unterwegs sind.

Auffällig: Zwei Drittel der Unfälle haben Radfahrer selbst verursacht, so die Polizeistatistik. 77 Radler sind 2019 ums Leben gekommen. Das sind genauso viele wie im Jahr zuvor. Neue Verkehrsteilnehmer wie Pedelec-, E-Bike- und E-Scooter-Fahrer müssten künftig von der Polizei noch mehr kontrolliert werden, kündigte Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer an. Zahlen für 2019 dazu gibt es noch nicht. So werden Unfälle mit E-Scooter erst seit Sommer vergangenen Jahres gezählt.

Aktionen und Kontrollen für mehr Sicherheit auf Bayerns Straßen

Für dieses Jahr haben Polizei und Innenministerium weitere Kontrollen und Aktionen angekündigt, um Bayerns Straßen noch sicherer zu machen. So wird die Polizei verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführen, zum Beispiel am 22. April beim europaweiten Blitzmarathon. Es gibt Aufklärungsmaßnahmen über Gefahren des Motorradfahrens am 26. April bei der Kulmbacher Motorradsternfahrt. Für Rad-, E-Bike- und E-Scooter-Fahrer findet eine Schwerpunktaktion am 27. Juni beim Landestag der Verkehrssicherheit in Regensburg statt.