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In Bayern ist die Anzahl pflegebedürftiger Menschen erneut gestiegen. Seit 2001 hat sich die Anzahl Pflegebedürftiger nahezu verdoppelt.

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Zahl der Pflegebedürftigen in Bayern deutlich gestiegen

Zahl der Pflegebedürftigen in Bayern deutlich gestiegen

In Bayern gibt es immer mehr pflegebedürftige Menschen. Das geht aus Zahlen des Landesamts für Statistik in Fürth hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Die höchste Quote an Pflegebedürftigen verzeichnet Oberfranken, die niedrigste Oberbayern.

Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger, die in Bayern Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen haben, lag Ende des Jahres 2021 bei 578.147, teilt das Landesamt für Statistik mit. Das entspricht seit der letzten Erhebung im Jahr 2019 einer Zunahme von 17,5 Prozent. Insgesamt hat sich die Zahl seit 2001 nahezu verdoppelt (2001: 299.090).

Mehr Frauen als Männer pflegebedürftig

Dass die Menschen in Bayern im Durchschnitt ein höheres Alter erreichen, zeigt sich auch in Bezug auf die Pflege: Rund 81,4 Prozent (470.682) der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre alt oder älter. 58,3 Prozent (336.857) waren mindestens 80 Jahre alt.

Was die Geschlechterverteilung betrifft, waren über die Hälfte (62 Prozent) der Pflegebedürftigen weiblich (358.590) und 38 Prozent (219.557) männlich.

Die meisten zählen zu Pflegestufe 2 und 3

Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war den Pflegegraden 2 (220.866) und 3 (161.755) zugeordnet. 1.004 Leistungsempfängerinnen und -empfänger waren noch keiner Pflegestufe zugeordnet. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt direkt in eine Pflegeeinrichtung entlassen werden.

Pflegegeld, Hilfe zu Hause, ambulant oder stationär

Insgesamt erhielten 273.208 Menschen mit den Pflegegraden 2 bis 5 ausschließlich Pflegegeld, 71.223 Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 ausschließlich Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag ohne ambulante oder stationäre Pflegeleistungen. 327 Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 nutzten teilstationäre Leistungen. Am Jahresende 2021 nahmen 123.401 Menschen die Unterstützung ambulanter Pflege- und Betreuungsdienste in Anspruch.

Ein Drittel mehr Pflegegeldempfänger als 2001

Knapp 110.000 Menschen wurden vollstationär in einem Pflegeheim betreut. Diese Anzahl ist im Vergleich zu 2019 um rund 4,5 Prozent zurückgegangen, während die Zahl der ambulant Versorgten um 5,1 Prozent und die Anzahl der Pflegegeldempfänger um 33 Prozent gestiegen ist.

Höchste Quote in Oberfranken

Bayernweit waren durchschnittlich 44 von 1.000 Einwohnern pflegebedürftig. Diese Quote war in Oberbayern mit 35 am niedrigsten. In Oberfranken war die Quote mit 58 Pflegebedürftigen pro 1.000 Einwohner am höchsten.

Auf Kreisebene wurden die geringsten Quoten in den Landkreisen Erding und Freising mit 29, die höchsten Quoten mit 76 beziehungsweise 79 Pflegebedürftigen je 1.000 Einwohner im Landkreis Kronach beziehungsweise in der Stadt Passau verzeichnet.

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