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Ein Auszubildender in einem Handwerksbetrieb

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    Zahl der Auszubildenden sinkt in Unterfranken deutlich

    In Unterfranken fangen weniger Leute eine Ausbildung an als letztes Jahr. Besonders die Industrie verzeichnet deutliche Einbrüche. Unter vielen Bewerbern herrscht Unsicherheit.

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    Von
    • Pirmin Breninek
    • Ralph Wege

    Die schwierige Situation auf dem bayerischen Arbeitsmarkt wirkt sich auch auf die Zahl der Azubis aus. Zum Start des Ausbildungsjahres in Unterfranken registriert die Arbeitsagentur rund 750 weniger gemeldete Berufsausbildungsstellen als noch 2019. Das entspricht einem Rückgang von 6,5 Prozent. Die IHK Würzburg-Schweinfurt zieht eine ernüchterte Bilanz.

    Holpriger Start ins neue Ausbildungsjahr

    "Der Start ins neue Ausbildungsjahr verläuft holpriger als sonst", sagt Lukas Kagerbauer, Bereichsleiter Berufsbildung bei der mainfränkischen IHK. Trotz der Corona-Lockerungen müssten viele Betriebe weiterhin auf Sicht fahren. Die Bewerbungsprozesse seien ins Stocken geraten. Vielerorts verzögere sich der Vertragsabschluss. Bewerber seien verunsichert.

    Das Minus bei den Ausbildungsverträgen beläuft sich bei der IHK Würzburg-Schweinfurt somit auf satte 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes sei weiterhin schwer abzuschätzen. "Wir rechnen aber mit einem Nachholeffekt an Ausbildungsverträgen in den nächsten zwei bis drei Monaten", sagt Kagerbauer. Viele Betriebe würden weiterhin ausbilden wollen.

    Starke Verunsicherung unter Bewerbern

    Die Verunsicherung der Bewerber spiegelt sich auch in den Zahlen der Arbeitsagentur wieder. Demnach waren letztes Jahr im August 8.854 Bewerber für Ausbildungsstellen gemeldet, 2020 sind es mehr als 1.100 Azubis weniger. Am beliebtesten sind Ausbildungen im kaufmännischen Bereich, im Verkauf oder als medizinische Fachangestellte.

    Viele Lehrstellen im Handwerk noch frei

    Wer noch auf der Suche nach einer Ausbildung ist, hat jedoch weiterhin gute Chancen, etwa im unterfränkischen Handwerk. Auch dort gibt es einen Rückgang der Ausbildungsverträge um 6,4 Prozent. In der Lehrstellenbörse der unterfränkischen Handwerksbetriebe sind allerdings noch rund 1.000 freie Lehrstellen verfügbar.

    Ein Großteil der neuen Ausbildungsverträge seien in diesem Jahr später als sonst abgeschlossen worden. Die Handwerkskammer rechnet deshalb damit, dass auch im Herbst noch viele Auszubildende und Betriebe zueinander finden. Auf dem Ausbildungsmarkt herrsche weiterhin Bewegung.

    Landkreis Rhön-Grabfeld startet Shuttle für Azubis

    Die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt führen zum Teil dazu, dass auch Landratsämter und Kommunen besondere Maßnahmen ergreifen. Im Landkreis Rhön-Grabfeld startet nun zum Beispiel das sogenannte Azubi-Shuttle. Wie das Landratsamt mitteilt, sollen junge Leuten aus dem Landkreis ihre Ausbildungsstätte dadurch auch ohne eigenes Auto erreichen können. Für einige Auszubildende sei es erst durch das Shuttle möglich, eine Lehrstelle anzunehmen.

    Rund 30 Auszubildende haben sich dafür angemeldet. Drei Mini-Busse sammeln sie künftig im Landkreis ein und fahren sie zu ihren Ausbildungsbetrieben. Der Landkreis stellt Busse und Fahrer an jedem Arbeitstag. Das Monatsticket kostet nach Angaben des Landratsamts zwischen 40 und 80 Euro. Viele Betriebe würden ihren Azubis das Ticket bezahlen.

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