BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Zahl der Arbeitslosen in Bayern saisonüblich gestiegen | BR24

© BR

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Bayern, wie im Dezember üblich, gestiegen. Zum Ende des Jahres wurden 208.421 Menschen ohne Job registriert. Die Quote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Zahl der Arbeitslosen in Bayern saisonüblich gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Bayern, wie im Dezember üblich, gestiegen. Zum Ende des Jahres wurden 208.421 Menschen ohne Job registriert. Die Quote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent.

Per Mail sharen
Teilen

Wie der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, erklärt, sind für den Anstieg der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr vor allem konjunkturelle Entwicklungen verantwortlich. So ist die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung – also die Arbeitnehmer, die ihre Beschäftigung neu verloren haben – um 9,5 Prozent angestiegen. Dagegen ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger um 5,8 Prozent gesunken.

Arbeitsmarkt ist noch aufnahmefähig

Insgesamt bezeichnet Holtzwart den bayerischen Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von weniger als drei Prozent aber weiterhin als stabil. So gebe es mittlerweile 91.200 Menschen mehr, die sich in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis befinden als vor einem Jahr. Derzeit seien 5,79 Millionen Menschen im Freistaat sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Jobmotoren sind den Angaben zufolge vor allem der Dienstleistungssektor, besonders im Immobilienbereich, aber auch das Gesundheitswesen und der Informations- und Kommunikationssektor haben deutliche Steigerungen bei den Beschäftigtenzahlen zu verzeichnen. Einen deutlichen Rückgang gibt es dagegen bei der Zeitarbeit – ein typisches Zeichen für eine schwächelnde Konjunktur.

Weniger Hartz-IV-Empfänger verschönern die Bilanz

Dementsprechend beurteilt Holtzwart auch den bayerischen Arbeitsmarkt im Jahresverlauf: Während die Zahl der Arbeitslosen im ersten Halbjahr 2019 noch kontinuierlich zurückgegangen war, hatte sich der Abbau der Arbeitslosigkeit zur Jahresmitte hin verlangsamt und seit Juli sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Allerdings sei bereits seit 2018 festzustellen gewesen, dass die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung steige, erklärt Holtzwart. Dieses Bild sei aber zunächst dadurch "geschönt" worden, dass ein deutlicher Abbau im Bereich der Hartz-IV-Empfänger zu verzeichnen war. Dieser Rückgang könne aber den starken Anstieg in der Arbeitslosigkeit nun nicht mehr abfedern.

Derzeit bemühen sich die Arbeitsagenturen, Menschen zu qualifizieren und zwar auch solche, die noch nicht arbeitslos, aber potenziell von Arbeitslosigkeit bedroht sind, erklärt Holtzwart weiter.

Oberbayern und Oberpfalz an der Spitze

Unter den bayerischen Regierungsbezirken haben Oberbayern und die Oberpfalz mit jeweils 2,6 Prozent die geringsten Arbeitslosenquoten vorzuweisen. Dabei bleibt Oberbayern und insbesondere die Landeshauptstadt München ein Job-Generator. Im Vergleich zum Vorjahr hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Jahr 2019 um 2,5 Prozent zugenommen. Zudem ist die Arbeitslosigkeit in Oberbayern fast das gesamte Jahr über kontinuierlich zurückgegangen.

Erst im Dezember war zum ersten Mal ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. In der Oberpfalz ist die Situation mit einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent nach wie vor gut, allerdings werden hier vor allem Fachkräfte gesucht. Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen für Helfer sind dagegen am stärksten zurückgegangen.

Etwas schwächerer Beschäftigungsaufbau in Niederbayern

Den stärksten Anstieg der Arbeitslosenquote muss Niederbayern vermelden. Hier stieg die Quote innerhalb eines Monats um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 2,8 Prozent. Diese Steigerung sei für Niederbayern aber aufgrund der Vielzahl der Außenberufe im Dezember normal und noch nicht einmal besonders hoch ausgefallen, urteilt Holtzwart. Auch Oberfranken hat mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent eine etwas höhere Steigerung, nämlich um 0,2 Prozentpunkte, zu verkraften. Hier sei aber im vergangenen Jahr auch der Beschäftigungsaufbau etwas unterdurchschnittlich ausgefallen.

Schlusslicht Mittelfranken holt auf

Mit einer Quote von 3,3 Prozent bleibt Mittelfranken das Schlusslicht unter den bayerischen Regierungsbezirken. Allerdings ist es auch der einzige Regierungsbezirk, in dem die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Das liege vor allem an Nürnberg, wo enorm viele Jobs entstanden sind und die Arbeitslosenquote mit 4,9 Prozent unter der des Vorjahres liege.

Klassische Industrien leiden in Unterfranken

Unterfranken und Schwaben haben mit aktuell jeweils 2,7 Prozent sehr solide Werte vorzuweisen. In Unterfranken ist allerdings schon seit dem letzten Mai eine schwächere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu verzeichnen, was vor allem an den steigenden Arbeitslosenzahlen im Raum Schweinfurt lag. Hier sind besonders viele klassische und exportabhängige Industrieberufe von der Konjunkturflaute betroffen. Dementsprechend ist die Stadt Schweinfurt mit einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent auch weiterhin der schwächste Agenturbezirk im Freistaat, während das oberbayerischen Eichstätt mit einer Quote von 1,4 Prozent weiterhin bayerischer Spitzenreiter bleibt.

Zunahme der Arbeitslosen um mehr als sieben Prozent in Schwaben

In Schwaben sind die Werte zwar weiterhin solide, allerdings ist hier bereits seit Mai eine Zunahme der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. In keinem Regierungsbezirk ist eine so deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.

© BR.de

Bundesweit waren im Dezember mehr als zwei Millionen Arbeitslose gemeldet, das sind 47.000 mehr als im November. Die Quote für das Bundesgebiet liegt damit bei 4,9 Prozent.