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Pferd wird von zwei Ärztinnen behandelt

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    Wurmmittel für Pferde zur Corona-Behandlung?

    Das Medikament Ivermectin, das Pferde von Würmern befreit, wird von vielen Impfgegnern bei einer Corona-Infektion genommen. Sogar in einer Münchner Klinik wurde es mal verabreicht. Das RKI aber warnt, dass das Mittel für Menschen giftig sei.

    Von
    Barbara LeinfelderBarbara LeinfelderMatthias LauerMatthias Lauer
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    In Erlangen wurde ein 59-Jähriger mit Long-Covid mit einem Herzmedikament behandelt - und geheilt. Also warum sollte das nicht auch mit anderen Mitteln möglich sein? Zumindest gelten mehrere Medikamente im Kampf gegen Covid-19 derzeit als vielversprechend. In Oberösterreich werden jedenfalls Medienberichten zufolge die Wurmkuren für Pferde knapp - weil Impfgegner sie für den Eigengebrauch aufkaufen. Sie glauben, dass der Wirkstoff Ivermectin im Falle einer Corona-Erkrankung hilft. Eine - wie sich herausgestellt hat - gefälschte bzw. stark verkürzte Studie hatte diesen Schluss nahegelegt.

    Nur Pferdehalter dürfen Mittel kaufen

    Auch Robert Fitz von der Pferdeklinik im schwäbischen Gessertshausen hat von dem Hype um das Wurmmittel gehört. Allerdings sind bei seiner Klinik noch keine entsprechenden Anfragen aufgelaufen. Ohnehin, so Fitz, sei das Medikament verschreibungspflichtig und werde im Rahmen der Bestandsbehandlung nur an Pferdehalter abgegeben, die man kenne. "Die müssen ihren Namen und den des Pferdes nennen", so Fitz. Wer kein Kunde sei, komme nicht an den Wirkstoff.

    Mittel wirkt bei Menschen gegen Krätze

    Rund 15 Euro koste eine Tube der Wurmkur, mit der ein 700 kg schweres Pferd behandelt werden könne. Das Mittel sei in der Veterinärmedizin seit Langem gängig zur Behandlung von Wurmbefall und Ektoparasiten wie Milben. In der Humanmedizin wird der Wirkstoff für die Behandlung von Krätze verwendet, die durch Milben verursacht wird.

    RKI warnt vor Pferdewurmkuren beim Menschen

    An einer Münchner Klinik wurde das Mittel zeitweise zur Behandlung von Covid-Patienten eingesetzt. Mittlerweile aber kommt das Mittel dort nicht mehr zur Anwendung. Es habe die Erwartungen nicht erfüllt, so hieß es aus der Klinik. Auch Würzburger Wissenschaftler der Uniklinik waren bereits im Frühjahr zu dem Schluss gekommen, dass die aktuelle Studienlage keine Verwendung von Ivermectin zur Behandlung oder Prävention von COVID-19 zulasse.

    Das Robert Koch-Institut warnt ausdrücklich davor, Pferdewurmkuren beim Menschen anzuwenden, es könne zu Vergiftungen kommen.

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