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Rund 550 Menschen demonstrieren gegen Rechts in Wunsiedel | BR24

© BR/ Anne Axmann

Rund 550 Menschen kamen zur Nacht der Demokratie in Wunsiedel

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    Rund 550 Menschen demonstrieren gegen Rechts in Wunsiedel

    Unter dem Motto "Suche Frieden und jage ihm nach" haben rund 550 Menschen Samstagnacht für Demokratie und Toleranz demonstriert. Rund um den Marktplatz gab es Kulturveranstaltungen gegen Rechts.

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    Die Wunsiedler feierten die Nacht der Demokratie und Toleranz. Insgesamt demonstrierten rund 550 Menschen bei unterschiedlichen Kundgebungen gegen Rechts. Die Veranstaltungen haben mit einem Friedensgebet in der Friedhofskirche begonnen, dann sammelten sich etwa 300 Wunsiedler Bürger zur Kundgebung von Wunsiedel ist bunt am Marktplatz. Dort gab es bis in die Nacht unterschiedlichste Kulturveranstaltungen statt. Beispielsweise spielten zwei Bands und es wurden Kurzfilme von Hofer Jugendlichen zum Thema Ausgrenzung, Diskriminierung und Toleranz gezeigt. Etwa 250 Anhänger der Antifa aus Würzburg zogen mit dem Schlachtruf "Gemeinsam gegen den Faschismus" durch die Stadt.

    Großes Polizeiaufgebot

    Am Samstagnachmittag kreisten bereits Hubschrauber über der Stadt. Das Polizeiaufgebot an diesem Tag war riesig. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort, um ein Aufeinandertreffen von Antifa und Rechtsextremen zu verhindern. Im Wunsiedler Norden trafen sich wieder Rechtsextreme der Partei "Der Dritte Weg" zu einem Aufmarsch. Laut Polizei waren es etwa 150 Rechtsextreme. Insgesamt verliefen die Demonstration laut Polizei heuer friedlich.

    Satire-Aktion gegen Nazis

    Der Aufmarsch der Nazis am Samstag in einem Wunsiedler Wohngebiet wurde von einer Satireaktion des Dortmunder Comiczeichners Nils Oskamp begleitet. Auf großen Plakaten war direkt am Wegesrand zu lesen: "Deutschland erwache-Frühstück ist fertig". Darunter ein Frühstücksei mit dem Konterfei Adolf Hitlers und "Führerei" als Unterschrift. Bereits im letzten Jahr hatte Oskamp seine Zeichnungen in Wunsiedel aufgestellt. Er wurde in den jungen Jahren selbst Opfer von rechter Gewalt und engagiert sich seither gegen Nazis. Seine Geschichte hat er in dem Graphic Novel "Drei Steine" verarbeitet, mit dem er durch Deutschland tourt und Lesungen gegen Rechts hält. Ein weiteres Highlight der Nacht der Demokratie war die Lesung des Spiegel-Journalisten Hasnain Kazim über seine Erfahrungen mit Hass-Mails.