Vanessa sitzt in der Bayreuther Innenstadt.

Ein Medikament gegen Vanessas Hirntumor kostet 3.000 Euro pro Monat. Frisöre veranstalten eine Benefiz-Aktion.

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    Wunsiedel: 24 Stunden Haare schneiden für krebskranke Vanessa

    Wunsiedel: 24 Stunden Haare schneiden für krebskranke Vanessa

    Die 18-jährige Vanessa aus Weißenstadt leidet an einem bösartigen Hirntumor. Ein neues Medikament scheint bei ihr anzuschlagen, kostet aber etwa 3.000 Euro pro Monat. Mit einem Benefiz-Haareschneiden wollen Frisöre deshalb Geld für Vanessa sammeln.

    Im Herbst 2020 klagt die 18-jährige Vanessa aus Weißenstadt im Landkreis Wunsiedel über häufige Kopfschmerzen. In der Schule wird es immer schwieriger für sie, sich zu konzentrieren. Als im Januar 2021 dann auch noch ihr linkes Auge zu schielen beginnt und Vanessa Doppelbilder sieht, beginnt ein Weg über verschiedene Ärzte – bis an der Uniklinik Würzburg im März die Diagnose folgt: Krebs.

    Vanessa leidet an einem seltenen und tödlichen Hirntumor

    Genauer gesagt ist es ein diffuses intrinsisches Ponsigliom, kurz DIPG. Ein seltener Hirntumor, der eigentlich fast ausschließlich im Kindesalter auftritt: die meisten Betroffenen sind sechs bis sieben Jahre alt. Etwa 300 solcher Fälle gibt es pro Jahr in Europa und Nordamerika. Die mittlere Überlebenszeit nach der Diagnose beträgt gerade einmal neun Monate, die 5-Jahre-Überlebensquote liegt bei zwei Prozent.

    Ein neues Medikament erscheint vielversprechend

    Eine wirksame Chemotherapie für diese Art von Hirntumor ist bisher nicht etabliert. Er gilt nach derzeitigem medizinischen Stand als unheilbar - die Standardtherapie ist eine Bestrahlung. Es gibt allerdings ein Medikament namens ONC201, das derzeit in verschiedenen klinischen Studien in den USA untersucht wird und ersten Ergebnissen zufolge vielversprechend sein könnte. Es scheint nur Krebszellen, aber keine gesunden Zellen zu töten. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf positive Effekte des Medikaments bei einer gleichzeitigen Strahlentherapie. Die Nebenwirkungen halten sich dabei in Grenzen.

    ONC201 ist extrem teuer

    Vanessa wird seit Juni mit ONC201 behandelt. Seitdem hat sich ihr Zustand laut ihrer Mutter verbessert. Das große Problem: ONC201 ist extrem teuer. Vier Tabletten – in etwa die Dosis für eine Woche – kosten knapp über 1.000 Euro, dazu kommen noch die Arztkosten. Vanessas Behandlung mit dem Medikament kostet also 3.000 bis 4.000 Euro pro Monat. Geld, das die Familie nicht aus eigener Kraft über längere Zeit aufbringen kann. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht, weil es sich nicht um ein zugelassenes Medikament handelt.

    Große Benefiz-Haarschneideaktion am Wochenende

    Als die Mutter einer Klassenkameradin von Vanessas Krankheit erfährt, unterhält sie sich mit befreundeten Frisörinnen über das Schicksal der jungen Frau. Es entsteht eine Idee: eine Benefiz-Haarschneideaktion. Mit der großen Resonanz auf diese Idee hatten ihre Urheber allerdings nicht gerechnet: Über 23 Frisörinnen und Frisöre aus der gesamten Region haben sich gemeldet und wollen mithelfen. Das Hotel Luisenburg Resort stellt seine Räumlichkeiten zur Verfügung, mehrere Foodtrucks und ein DJ-Duo beteiligen sich.

    Einnahmen gehen vollständig an krebskranke Vanessa

    Innerhalb weniger Wochen entsteht so ein großes 24-Stunden-Haareschneiden für Vanessa, das am Samstag und Sonntag, 30. und 31. Oktober, am Wunsiedler Luisenburg Resort stattfinden wird. Wieviel die Kunden für die Pflege ihrer Haare und Bärte bezahlen wollen, entscheiden sie selbst – das Geld geht über die Kinderkrebshilfe Hochfranken zu 100 Prozent an Vanessa, die damit die Behandlung mit ONC201 fortsetzen kann. Auch Erlöse aus den Aktionen der Foodtrucks gehen als Spende an die junge Frau. Die Termine auf den Frisörstühlen vor Ort sind laut den Veranstaltern gut gebucht, einzelne freie Plätze für Kurzentschlossene gebe es aber durchaus noch. Für Sonntag, den 31. Oktober, haben die Unterstützer außerdem ein kleines Halloween-Unterhaltungsprogramm für die Besucher zusammengestellt.

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