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Wunsch nach flexiblerer Lehrer-Ausbildung im Freistaat | BR24

© pa/dpa/Marijan Murat

Wunsch nach flexiblerer Lehrer-Ausbildung im Freistaat

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Wunsch nach flexiblerer Lehrer-Ausbildung im Freistaat

Ist die Lehrerausbildung in Bayern noch zeitgemäß? Und wie kann das Lehramt attraktiver werden? Dazu gab es heute im Bayerischen Landtag eine Experten-Anhörung. Eine zentrale Forderung: mehr Praxisnähe.

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Laura Teichmann studiert Mittelschullehramt im achten Semester – sie ist also schon im letzten Drittel ihres Studiums. Bereit für den Schulalltag fühlt sie sich aber nicht. "Wir werden zwar in vielen Seminaren auf theoretische Dinge vorbereitet, aber uns fehlt die Praxis", sagt Teichmann. Ihrer Meinung nach reichen die aktuellen Pflichtpraktika nicht.

Schon während dem Studium Einblicke in Schulleben

Teichmann, die sich im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV für die Belange der Studierenden engagiert findet, dass es ein ganzes Praxissemester braucht. Um schon während des Studiums einen richtigen Einblick ins Schulleben zu bekommen.

Laura Teichmann wünscht sich, dass Studium, Referendariat und die Zeit danach besser verzahnt werden. Ein Wunsch, den auch viele Bildungs-Experten haben – zum Beispiel die Präsidentin der Universität Augsburg, Sabine Doering-Manteuffel. Natürlich brauche es Fachwissen und didaktisches Wissen, aber inzwischen komme immer mehr dazu, meint die Professorin. Es gehe inzwischen zudem jeden Tag um Themen wie Digitalisierung, Klimawandel, Energiewende oder soziale Sicherheit.

Gleichzeitig stelle sich die Frage, ob diese Themen "auch in der Lehrerbildung angekommen" seien. Doering-Manteuffel sieht die Hochschulen in der Pflicht, solche Inhalte noch viel mehr zu vermitteln - neben dem Erlernen von analytischen und methodischen Fähigkeiten.

Schneller auf aktuelle Entwicklungen reagieren

Laura Teichmann, die Lehramtsstudentin, hätte gern ein Studium, in dem ganz flexibel auf bestimmte Gegebenheiten reagiert werden kann. Beispiel Corona: Sie würde gerne vermittelt bekommen, wie man digitales Lernen als Lehrerin von daheim aus gestalten kann.

Außerdem würde sie gerne schon während des Studiums Tools, Plattformen und Programme kennenlernen, Mebis beispielweise. Mit dieser Plattform sollen die Lehrer schließlich arbeiten, die Studierenden dürfen das jedoch nicht.

Angehende Lehrer fühlen sich an Unis oft benachteiligt

Mehr Flexibilität wünschten sich die Experten, die der bayerische Landtag heute geladen hatte - auch für die Studierenden, die schließlich erkennen, dass der Lehrberuf doch nicht der richtige Job für sie ist. Für sie müsse es eine "Exitstrategie" geben, sagt Doering-Manteuffel. Etwa einen parallel erwerbbaren Bachelor- oder Master-Abschluss.

Umfragen unter Lehramts-Studierenden zeigen, dass viele von ihnen unzufrieden sind. Weil die Praxis fehlt, aber auch weil sie sich an den Universitäten häufig wie das fünfte Rad am Wagen fühlen. Für die Universitäten stehen häufig prestigeträchtige Studiengänge im Vordergrund – das Lehramt kann da nicht mithalten.

Weil sie schon vor dem Studium nicht mit dem Aufbau zufrieden war, hat Laura Teichmann ein sogenanntes "Exerzitio Pädagogicum" gemacht. Heißt, sie war ein Schuljahr lang in einer Klasse. Jetzt hat sie deutlich mehr Einblick als viele andere – dank ihrer Eigeninitiative.

© BR

In ganz Deutschland und auch in Bayern herrscht Lehrermangel. Das Lehramtsstudium gilt jedoch als veraltet und zu theoretisch. Nun befasst sich der Bildungsausschuss damit.

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