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Frauen sind in vielen Chefetagen immer noch wenig präsent. Nicht so im unterfränkischen Erbshausen: Dort leitet Ines Sterling ein Unternehmen im Brauwesen - einer Branche die klassisch von Männern dominiert wird.

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Ausgezeichnet: Würzburgerin führt Brau-Unternehmen fort

Frauen sind in vielen Chefetagen immer noch wenig präsent. Nicht so im unterfränkischen Erbshausen: Dort leitet Ines Sterling ein Unternehmen im Brauwesen – einer Branche die klassisch von Männern dominiert wird. Dafür wird sie nun ausgezeichnet.

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Von
  • Carolin Hasenauer

Ein ganz normaler Morgen bei Ines Sterling in Wipfeld: Nach einem gemeinsamen Frühstück, erledigt sie noch ein paar berufliche Telefonate, während ihr Mann mit dem zweijährigen Sohn Zähne putzen geht. Gleich müssen die drei los in die Firma von Ines Sterling. "Teamwork", sagt die 36 Jahre alte Unternehmerin. "Vereinbarkeit ist für mich kein Entweder-Oder."

Seit 2013 leitet Sterling die "HW-Brauerei Service GmbH & Co. KG". Sie ist damit eine der wenigen Frauen an der Spitze einer Firma im Brauwesen. Nun zeichnet der Verband deutscher Unternehmerinnen Sterling als "Unternehmensnachfolgerin des Jahres" aus.

Geschäftsführerin mit Anfang 20

Der sogenannte "Next Generation Award" wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. Er soll außergewöhnliche Frauen in Führungspositionen vorstellen und Mut machen. Als angestellte Handelsfachwirtin stieg Sterling mit 23 Jahren in die HW Brauerei Service mit Sitz in Bergtheim bei Würzburg ein. Bereits ein Jahr später wurde sie zur Geschäftsführerin des mittelständischen Unternehmens berufen. Die Firma bietet Serviceleistungen rund um Bierfässer an.

Als der Gründer und ehemalige Chef, Hans Wächtler, sich von seiner Firma trennen wollte, war Sterling bereits vier Jahre als Geschäftsführerin für das Unternehmen tätig. "Ich besaß kein Eigenkapital, und dennoch entschloss ich mich spontan zum Kauf, weil ich lieber meine eigene Chefin bleiben wollte", sagt die Unternehmerin.

Familie trotz hoher Arbeitsbelastung

Trotz der hohen Arbeitsbelastung entschied sich Sterling dazu, eine Familie zu gründen. 2018 kam ihr Sohn Wesley zur Welt. Gemeinsam mit ihrem aus Jamaika stammenden Ehemann Vinroy jongliert sie Alltag und Beruf. Schon als er gerade einmal drei Wochen alt war, sei Wesley bei Besprechungen dabei gewesen. "Mittlerweile können sich die Mitarbeiter die Firma gar nicht mehr ohne den Kleinen vorstellen – wir sind hier eine große Familie."

Mit 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwirtschaftet die Geschäftsfrau nach eigenen Angaben mittlerweile einen Jahresumsatz von drei Millionen Euro.

Unternehmerin erschließt neue Geschäftsfelder

Dennoch, so wirkt es, möchte sich Sterling nicht auf Erreichtem ausruhen. Mit ihrer Übernahme 2013 hat sie einen neuen Firmensitz in Erbshausen im Landkreis Würzburg gebaut und ein eigenes Craft-Bier entwickelt: Waldschatz-Bräu. Das und andere Biere können Gäste im hauseigenen Restaurant bei 5-Gänge-Menüs verkosten. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich ihr Ehemann mit dem Catering-Service "Sterling's Jamaican Catering".

Das jüngste Standbein der Bierexpertin ist ein Onlineshop für Haus- und Hobbybrauer: Den Versandhandel "Brau-Partner" hat sie Jahr 2018 übernommen.

Weitere Gewinnerin wird am Nachmittag gekürt

Sterling ist die Gewinnerin des "Next Generation Award" bei den familienexternen Nachfolgen. In der Kategorie interne Nachfolge wird am Montagnachmittag eine der anderen fünf Finalistinnen zur Siegerin gekürt. Nominiert ist zum Beispiel die Aschaffenburgerin Vanessa Weber. Sie hat die Werkzeug-Firma ihres Vaters übernommen.

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