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Würzburger Krebsforschung erhält Förderpreis

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Würzburger Stiftung übergibt Förderpreise für die Krebsforschung

Würzburger Stiftung übergibt Förderpreise für die Krebsforschung

Etwa jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs – das sind die aktuellen Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten. Um die Krebsforschung voranzubringen, hat die Stiftung "Forschung hilft" am Montag Förderpreise vergeben.

Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Stiftungsrates, und der ehemalige Stabhochsprung-Weltmeister Tim Lobinger.
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Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Stiftungsrates, und der ehemalige Stabhochsprung-Weltmeister Tim Lobinger.

Jeden Tag geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alles, um die Krebsforschung voranzubringen. Die Stiftung der Uni Würzburg mit dem Namen "Forschung hilft" will eben diese Forschung belohnen und fördern. Dafür sammelt die Stiftung Spenden. Im Rahmen der Förderpreise verleiht die Stiftung das gesammelte Geld dann an regionale Forschungsprojekte. In diesem Jahr sind es 90.000 Euro.

Sechs Forschungsprojekte ausgezeichnet

Insgesamt wurden bei der Verleihung der Förderpreise am Montagvormittag sechs Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet. "Ein Hauptthema ist dieses Jahr wieder das Myelom", so Gabriele Nelkenstock, die Vorsitzende des Stiftungsrates. Bei der Behandlung und der Forschung zum Myelom, einer bösartigen Tumorerkrankung des Knochenmarkes, sei das Universitätsklinikum laut Nelkenstock führend. "Und auch die Immuntherapie gehört zu den Themen, die heute ausgezeichnet wurden."

Bürger wollen Forschung unterstützen

2017 wurde die Stiftung "Forschung hilft" gegründet, um die Krebsforschung in Würzburg weiter voranzubringen. "Wir sehen uns als eine Bürgerstiftung. Wir als Bürger möchten uns an der Forschung beteiligen. Die ganze Region möchte mithelfen, Krebskranken zu helfen und den Forschungsstand zukünftig zu erweitern", erklärt Gabriele Nelkenstock, die die Stiftung gegründet hat.

Tim Lobinger als Schirmherr der Stiftung

Bei der Veranstaltung gab es auch einen Ehrengast: den Schirmherrn der Stiftung, Tim Lobinger. Der ehemalige Stabhochsprung-Weltmeister ist bereits seit sechs Jahren an Leukämie erkrankt. Seit einem Jahr wird er in Würzburg behandelt. Das wurde ihm nahegelegt, da es hier neuartige Therapien gibt, die auch nur vor Ort angewendet werden. Als er von der Stiftung "Forschung hilft" das erste Mal gehört hatte, wusste er sofort, dass er diese in irgendeiner Form unterstützen möchte: "Mir war auch klar, dass ich da dann nicht nur danke sage, sondern hoffe, mit einer gewissen Strahlkraft – auch wenn sie nicht mehr so groß ist – irgendetwas zu bewirken."

Hoffnung auf Fortschritte in der Krebsforschung

Tim Lobingers Hoffnung ist es, so sagt er im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk, dass Krebs irgendwann heilbar wird. Diesen Traum bezeichnet er selber jedoch als naiv: "Ich hoffe, dass es als Zwischenschritt möglich wäre, Krebs umzuwandeln, sodass man noch viele Jahre lang gut damit leben kann und Zeit hat, das Leben noch zu genießen und nicht innerhalb weniger Wochen aus dem Leben gerissen wird."

Wölfe und Kickers unterstützen die Stiftung

Neben Tim Lobinger waren Vertreter der Rimparer Wölfe und der Würzburger Kickers dabei, um die Stiftung "Forschung hilft" als Botschafter zu unterstützen. Als die Kickers gefragt wurden, wer daran interessiert wäre, hat sich Marc Richter sofort gemeldet: "Ich musste da nicht lange überlegen, weil ich denke, wenn wir als Kickers mit unserer Reichweite irgendwie helfen können, dann ist das nur gut."

Universität Würzburg als Kompetenzzentrum für Krebsforschung

Die Universität Würzburg hat sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene einen sehr guten Ruf als Kompetenzzentrum für die Krebsforschung. Mit der finanziellen Unterstützung mehrerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler will die Stiftung "Forschung hilft" die Krebsforschung in der Region noch weiter voranbringen. "Ich glaube auch, für die Forscherinnen und Forscher ist es doch was ganz Besonderes, dass das Geld von den Bürgerinnen und Bürgern kommt, und dass sie gesehen werden mit ihrer Arbeit", so Nelkenstock.

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