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Würzburger Stadtrat verabschiedet Corona-Hilfspaket für Künstler

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    Würzburger Stadtrat verabschiedet Corona-Hilfspaket für Künstler

    Der Würzburger Stadtrat hat ein Corona-Hilfspaket für Künstlerinnen und Künstler verabschiedet. Das Budget in Höhe von 450.000 Euro verteilt sich auf mehrere Förderprogramme. Kunstschaffende werden zum Beispiel in Form von Stipendien gefördert.

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    Von
    • Wolfram Hanke
    • BR24 Redaktion

    Ende März ist im Kulturausschuss der Stadt Würzburg ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der freien Künstler und Kultureinrichtungen zur Bewältigung der Corona-Krise vorgestellt worden. Jetzt hat der Würzburger Stadtrat das Hilfspaket in seiner Sitzung verabschiedet. Das Corona-Budget für die Kultur in Höhe von 450.000 Euro wurde in den Haushaltsberatungen im November letzten Jahres genehmigt. Es verteilt sich auf verschiedene Förderprogramme.

    Fördermittel für Open-Air-Initiativen und Festivals

    Der Fachbereich Kultur koordiniert und fördert im Rahmen der sogenannten "Sommerzeit Würzburg" vielfältige Open-Air-Initiativen und Festivals. Fördermittel in Höhe von 180.000 Euro sind bereits zur Vorbereitung und Planung zahlreicher Open-Air-Veranstaltungen Künstler und Kultureinrichtungen ausbezahlt worden.

    Nothilfefond für Kulturinstitutionen

    Für viele nicht-städtische Kulturinstitutionen ist derzeit nicht absehbar, ob und wie weit die Förderprogramme des Freistaates und des Bundes auskömmlich sein werden. Um die Existenz der Einrichtungen möglichst zu sichern, wird für direkte Zuschüsse, aber auch Mieterlasse oder ähnliches, ein Nothilfefond in Höhe von 30.000 bis 80.000 Euro eingerichtet.

    Etat für größere Proberäume

    Chöre, Orchester, Ensembles aller Sparten oder Vereine haben zum Teil seit vielen Monaten keine Möglichkeit mehr, in ihren üblichen Räumen zu proben und zu arbeiten, da diese die erforderlichen Hygienestandards nicht erfüllen. Um den Probebetrieb durch die Anmietung größerer Räume zu ermöglichen, wird ein Etat von 5.000 bis 20.000 Euro bereitgestellt.

    Arbeitsstipendien für freischaffende Künstler

    Hauptberuflich freischaffende Künstler werden in ihrer Arbeit seit Beginn der Pandemie stark eingeschränkt und müssen auf wesentliche Einkünfte verzichten. Als Ergänzung der allgemeinen Projektförderung und der Stipendien des Freistaats wird mit der Vergabe von vier sechsmonatigen Arbeitsstipendien in Höhe von je 6.000 Euro qualitativ herausragenden Künstlern aller Sparten Unterstützung für eine Neustart-Perspektive gegeben.

    Stipendien zur Förderung von Projektideen

    Mit Stipendien werden Kunstschaffende, Kulturakteure und Kultureinrichtungen während ihrer Post-Corona-Neustart-Phase dabei unterstützt, zu experimentieren, wie Kunst und Kultur sinnvolle Beiträge für die gemeinwohlorientierte und nachhaltige gesellschaftliche Transformation leisten können: im Stadtteil, gesamtstädtisch oder überregional; mit Partnern wie Sozial- oder Bildungsakteuren, der Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Initiativen. In einem ersten Jury-Auswahlschritt werden sieben Projektskizzen mit je 3.000 Euro gefördert, um differenzierte Detailkonzepte zu entwickeln. Anschließend werden vier Projektteams ausgewählt, die zur halb- bis einjährigen Umsetzung ihrer Projektidee mit je 10.000 Euro gefördert werden.

    Live-Musikprogramm-Prämie für Musikclubs

    Die Auftragslage für Musiker, aber auch für Veranstaltungsfirmen, DJs und Tontechniker ist nach wie vor schwierig, beziehungsweise kaum vorhanden. Um einen Neustart der Spielstätten und Musikclubs zu stützen und den Betreibern zugleich einen Anreiz zu bieten, wieder ein hochkarätiges Musikprogramm aufzunehmen, wird für Spielstätten und Musikclubs eine Live-Musikprogramm-Prämie eingerichtet. Diese wird für herausragende Programme durch eine Jury vergeben. Kriterien für die Prämierung sind die nachgewiesene Qualität und Anzahl der Live-Musik. Die Anzahl der Prämien ist nicht festgelegt, Prämien werden  je nach Qualität und Programmumfang in Höhe von 2.000 bis maximal 15.000 Euro  vergeben.

    Fortbildungen zu klimagerechter Kulturarbeit

    Um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und die Klimaziele der Stadt Würzburg zu erreichen, ist auch der Kulturbereich gefordert, mit dem Neustart mehr Verantwortung für eine klimagerechte und nachhaltige und gemeinwohlorientierte Kulturarbeit zu übernehmen. Alle städtischen Kultureinrichtungen und der Dachverband Freier Kulturträger haben dafür das "Würzburger Bündnis KlimaKultur“ gegründet. Das Kulturreferat ist Partner im bundesweiten Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien. Gemeinsam soll die Kompetenz erweitert, Handlungsoptionen ausgelotet und Klimaziele entwickelt und umgesetzt werden. Im laufenden Jahr wird ein Schwerpunkt auf Kompetenzentwicklung und Fortbildung liegen. Dafür werden bis zu 15.000 Euro bereitgestellt.

    Erhöhung der Projektfördermittel

    Bereits im letzten Jahr war die allgemeine städtische Projektförderung ein gutes Mittel, um flexible, kurzfristige, konstruktive und kreative Lösungen der Würzburger Kulturakteure zu fördern. Mit einer Erhöhung der Projektförderungsmittel um bis zu 100.000 Euro, sollen Kunst- und Kulturschaffende sowie die kulturelle Infrastruktur gestärkt und ein, wenn auch eingeschränktes, kulturelles Leben ermöglicht werden. Insbesondere kurzfristig angelegte Projekte und Kleinveranstaltungen sollen so eine Realisierungschance erhalten.

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