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Würzburger Raser-Prozess wegen Corona vorerst verschoben | BR24

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Bildrechte: picture alliance / Rolf Kremming

Raser bei Nacht, Symbolfoto.

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    Würzburger Raser-Prozess wegen Corona vorerst verschoben

    Vor Gericht hätte sich ein 21-Jähriger verantworten sollen. Er soll sich im Dezember 2019 in Würzburg ein illegales Autorennen geliefert haben. Eine taubstumme Fußgängerin wurde dabei angefahren. Jetzt wurde die Verhandlung verschoben – wegen Corona.

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    Von
    • Carolin Hasenauer

    Es ist der 1. Dezember 2019. Der Angeklagte, zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt, soll mit drei Mitfahrern in seinem Auto auf der Mergentheimer Straße in Würzburg stadteinwärts unterwegs gewesen sein. An einer roten Ampel soll es zum Kräftemessen mit einem anderen Sportwagen-Fahrer gekommen sein. Binnen weniger Sekunden hätten beide Autos laut Ermittlern die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde weit überschritten. Die nächste rote Ampel soll der Angeklagte ignoriert haben – und erfasst daraufhin eine Fußgängerin.

    Termin am Landgericht Würzburg wegen Corona verschoben

    Um diesen Abend sollte es beim Prozess am 12. Januar gehen. Nun wurde der Verhandlungstermin am Landgericht Würzburg kurzfristig abgesagt. "Von Amts wegen", heißt es. Zu den genauen Hintergründen der Terminverschiebung wollte ein Sprecher des Landgerichts auf BR-Anfrage keine näheren Angaben machen. Norman Jacob jun., einer der beiden Anwälte des Angeklagten, begründete die Verschiebung der Verhandlung mit der Corona-Pandemie und der angespannten Lage aufgrund des Lockdowns.

    Verteidiger kritisiert Vorgehen

    Der andere Anwalt, Peter Möckesch, versteht zwar den Anlass, kritisiert aber die kurzfristige Absage: „Wir haben diesen Prozess in den vergangenen Monaten intensiv vorbereitet. Für uns Anwälte ist das jetzt besonders ärgerlich.“ Jetzt neue Termine für einen so großen Prozess mit vielen Beteiligten zu finden, werde wieder eine Weile dauern. Er rechnet nicht damit, dass der Prozess vor April aufgenommen wird.

    Anklage der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes

    Im Juli 2020 hatte die Staatsanwaltschaft im Vorfall rund um das illegale Autorennen in Würzburg Anklage wegen versuchten Modes erhoben. Die Ermittler werfen dem Angeklagte vor, durch seine Fahrweise den Tod möglicher Fußgänger billigend in Kauf genommen zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Beschuldigte zeitweise bis zu 150 Kilometer pro Stunde schnell gewesen sein könnte. Etwa 1,5 Sekunden vor Aufprall hätte er noch immer 100 Kilometer pro Stunde gehabt. 50 wären erlaubt gewesen.

    Frau und Hund überleben den Unfall

    Unfallopfer war eine taubstumme Frau, die mit ihrem Hund einen Fußgängerüberweg überqueren wollte. Das Signal stand für die Fußgängerin auf grün, der Fahrer hatte rot. Die Frau und ihr Hund wurden mehrere Meter weit geschleudert. Die Geschädigte erlitt glücklicherweise nur Prellungen, Schürfwunden und Schwellungen. Auch ihr Hund überlebte.

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