Klaus Schilling mit den Satelliten, die sein Berufsleben geprägt haben.

Klaus Schilling mit den Satelliten, die sein Berufsleben geprägt haben.

Bildrechte: Informatik VII / Universität Würzburg
    >

    Würzburger Professor erhält renommierten Raumfahrtpreis

    Würzburger Professor erhält renommierten Raumfahrtpreis

    Mit seinen Kleinsatelliten hat Klaus Schilling Meilensteine gesetzt. Jetzt ist der Würzburger Professor für seine herausragenden Forschungsleistungen ausgezeichnet worden. In den kleinen Satelliten sieht Schilling auch die Zukunft.

    Der Würzburger Professor Klaus Schilling bekommt den Raumfahrtpreis der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt. Er erhält die sogenannte Eugen-Sänger-Medaille für seine herausragenden Forschungsleistungen in der Entwicklung von Kleinsatelliten. Die Auszeichnung gilt auch als Anerkennung für sein Lebenswerk.

    Schilling entwickelt leichten UWE-Satelliten

    Seit 2003 leitet Klaus Schilling den Lehrstuhl für Robotik und Telematik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Stand zunächst das Internet im Weltall im Mittelpunkt von Schillings Forschung, setzte er in Folge mit den UWE-Satelliten Meilensteine. Sie gelten nicht nur in Fachkreisen als wichtige Pionierleistung. UWE-1 war im Jahr 2005 der erste deutsche "Pico-Satellit" mit einer Masse von weniger als einem Kilogramm. Deswegen wird er seit 2012 im Deutschen Museum in München ausgestellt. Mit ihm wurden hocheffiziente Solarzellen ausgetestet, die inzwischen die Mehrzahl der europäischen Satelliten mit Energie versorgen.

    Intelligente Software für Kleinsatelliten gefragt

    Letztlich sind auch die Raumfahrtstudiengänge an der Uni Schillings Forschung zu verdanken. In den Kleinstsatelliten, an denen dort geforscht wird, liegt auch die kommerzielle Zukunft, sagt Schilling. Er rechnet damit, dass ein Großteil der künftigen Satelliten durch fortschreitende Miniaturisierung der Technologien unter 500 Kilogramm wiegen wird. "Entscheidend ist, dass die Nachteile der Miniaturisierung, wie eine höhere Empfindlichkeit gegenüber der harten Weltraumstrahlung, durch intelligente Software ausgeglichen werden", erklärt Schilling.

    Schilling forscht an Vernetzung von Satelliten

    Denn die jederzeit drohende Beschädigung der Satelliten durch Weltraumstrahlung fordert bislang eine sehr materialaufwändige Verpackung. Hier könnte künftig intelligente Software mit besserer Fehlerkorrektur helfen, auch Gewicht zu verringern. Hardware-Fehler werden dann einfach herausgerechnet. Aktuell konzentriert sich Schillings Forschung auf die Vernetzung von Satelliten. Als intelligente Schwärme könnten sie künftig lernen, einander zuverlässig auszuweichen und gemeinsam aus unterschiedlichen Blickwinkeln Phänomene zu erforschen.

    Die Eugen-Sänger-Medaille

    Der renommierte Forschungspreis ist benannt nach dem Raketenforscher Eugen Sänger (1905-1964). In den letzten 55 Jahren ging er bislang erst 26 Mal an internationale Raumfahrtpioniere wie den Raketenbauer Wernher von Braun (1973), den Gründer der größten deutschen Raumfahrtfirma OHB Manfred Fuchs (1991), und auch die Astronauten Ernst Messerschmidt und Thomas Reiter (2017).

    "Hier ist Bayern": Der neue BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!