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Blick auf die Posthalle am Würzburger Hauptbahnhof

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    Würzburger Posthalle wird zur "Wärmehalle" für Obdachlose

    Menschen ohne Wohnsitz haben es besonders schwer in Corona-Zeiten. Wegen der Abstandsregeln haben Anlaufstellen geringe Kapazitäten, Cafés und Büchereien sind geschlossen. Deshalb wird nun die Würzburger Posthalle im Corona-Winter zur "Wärmehalle".

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    Von
    • Jochen Wobser

    Ein warmes und trockenes Plätzchen, wenn es draußen kalt ist: Im Würzburger Veranstaltungszentrum "Posthalle" am Hauptbahnhof wird eine vorübergehende Tagesunterkunft für Obdachlose eingerichtet. Wie die Stadt Würzburg mitteilt, soll im Erdgeschoss der Posthalle ab Januar 2021 eine Aufenthaltsmöglichkeit für wohnsitzlose Menschen eingerichtet sein. Diese "Wärmehalle" soll so konzipiert sein, dass sich dort unter Beachtung der Corona-bedingten Hygienevorgaben 16 Menschen gleichzeitig aufhalten können.

    Würzburger Bahnhofsmission erstellte Hygienekonzept

    Die Halle soll zunächst über drei Monate hinweg von Montag bis Freitag zwischen 11 und 15 Uhr geöffnet sein. An der Ausweitung auch über die Wochenenden werde gearbeitet, heißt es. In Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat der Stadt hat die Würzburger Bahnhofsmission die Planung übernommen, ein Hygienekonzept erstellt, die Finanzierung für die erste Zeit gesichert und weitere Partner gewonnen. Zu den Unterstützern gehören etwa die Posthalle GmbH, die Würzburger Caritasstiftung, die Deutsche Bahn, die VR Bank oder das Rotary Hilfswerk Würzburg e.V., weitere sind willkommen.

    Wenige Anlaufstellen wegen der Corona-Pandemie

    Die "Wärmehalle" ist besonders nötig, weil die Träger der Würzburger Notfalleinrichtungen wegen der aktuellen Hygienebestimmungen weniger Plätze in den Wärme- und Hilfsräumen anbieten können als üblich. Deshalb findet bisher nur etwa ein Drittel der bedürftigen Menschen tagsüber eine Anlaufstelle.

    "Geschäfte, Cafés, Büchereien sind zu", sagt Michael Lindner-Jung, der Leiter der Würzburger Bahnhofsmission. "Es gibt keine Orte mehr im öffentlichen Raum, wo Menschen sich aufhalten können. Besonders hart trifft das Menschen, die auf der Straße leben." Ein Mann, der durch Corona seine Arbeit verloren habe und nun die Tage ziellos am Bahnhof verbringe, so Lindner-Jung, habe ihm zum Beispiel berichtet, wie er Leute beobachtete, die Selbstgespräche führen.

    Lob von Würzburgs Sozialreferentin

    Würzburgs Sozialreferentin Hülya Düber (CSU) begrüßt das neue Angebot. Sie freue sich, so Düber, "dass sich Würzburg wieder einmal solidarisch zeigt und trotz der Probleme und Herausforderungen, die jeder und jede Einzelne zu meistern hat, der Blick auf die Nächsten nicht verloren geht."

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