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Würzburger Polizei kontrolliert Autoposer- und Tuningszene | BR24

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Jede Stadt hat ihre Auto-Poser, meist Männer, die auf ihr Fahrzeug mächtig stolz sind. Gefährlich werden Treffen der Szene, wenn sie in illegale Autorennen münden. Gestern Abend hat sich die Polizei die Poser-Szene in Würzburg angesehen.

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Würzburger Polizei kontrolliert Autoposer- und Tuningszene

Tiefergelegt, breite Reifen und viel PS: Fahrer dieser Autos hat die Polizei am Freitag in Würzburg ins Visier genommen - denn Beschwerden über sogenannte "Autoposer" häufen sich. Zudem sollen illegale Rennen verhindert werden.

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Von
  • Jochen Wobser

Freitagabend in Würzburg: Etwa 30 Mitarbeiter der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt, weiterer Dienststellen und des Kommunalen Ordnungsdienstes starten zur groß angelegten Kontrollaktion der "Arbeitsgruppe Poser- und Tuningszene". Sie schwärmen aus und wollen feststellen: Wo kommt die Szene an diesem Abend zusammen?

Eine Hand voll beliebter Treffpunkte gebe es in Würzburg, meint Jessica Schaffer, die Leiterin der Arbeitsgruppe: "Unser Klientel braucht Platz für die Autos und außerdem Verpflegung – und das gibt es zum Beispiel auf großen Parkplätzen in der Nähe von Tankstellen."

Großkontrolle zwischen Tankstelle und Supermarkt

Der Einsatzort für die Großkontrolle ist die Nürnberger Straße, an einer Tankstelle mit benachbartem Supermarkt. Etwa 20 Fahrzeuge stehen hier auf dem Parkplatz. Manche Halter haben Campingstühle mitgebracht. Die Autofahrer sitzen vor den Wägen, essen Pizza und tauschen sich aus. "Wir treffen uns hier und reden über das, was uns interessiert: unsere Autos. Ich bin Tuner seit meinem allerersten Auto", sagt Tom Rabes.

Dass er jetzt im Fokus einer Polizeikontrolle steht, findet der junge Mann zwar nicht gerade angenehm, aber er nimmt es gelassen: "Wenn du an deinem Auto herumbastelst, kommst du irgendwann in Kontakt mit der Polizei. Das ist eben so – und ich verstehe schon, dass kontrolliert wird."

Arbeitsgruppe Autoposer: "Die Straße ist kein Spielplatz"

Als "Autoposer" sieht sich Tom nicht. Er sei ein "Tuner", sagt er – und das sei ein Unterschied. "Uns geht es um die Autos, die wir hegen und pflegen. Nicht ums Rasen." Er würde nie mit seinem Auto herumrasen, dafür liebe er es viel zu sehr.

Laut Schaffer von der "AG Autoposer" gehe es auch "keineswegs darum, die Szene zu kriminalisieren". Aber die Polizei wolle sicherstellen, dass diese Szene innerhalb der gesetzlichen Vorgaben stattfinde. "Uns ist wichtig, zu signalisieren, dass die Straße kein Spielplatz ist", erklärt die Leiterin. In den vergangenen Monaten hätten sich die Beschwerden aus der Bevölkerung gehäuft, wegen Ruhestörungen durch "Poserfahrten" mit heulenden Motoren und quietschenden Reifen etwa. Deshalb wolle man Präsenz in der Szene zeigen.

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Polizei Würzburg kontrolliert Autoposer- und Tuningszene

Schwerer Unfall nach illegalem Autorennen

Der Anlass für die Gründung der Arbeitsgruppe im vergangenen Mai sei ein folgenschwerer Unfall im Dezember 2019 gewesen, so Schaffer. Damals wurde im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld eine Fußgängerin von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Dem Unfall sei ein illegales Autorennen vorausgegangen. Noch immer komme es in und um Würzburg regelmäßig zu solchen Rennen, etwa auf der Bundesstraße zwischen Würzburg und Veitshöchheim. Dementsprechend seien Kontrollen in der Auto-Szene auch ein Mittel, um illegalen Rennen vorzubeugen.

Autos ohne Betriebserlaubnis beanstandet

Und so führt die Polizei an diesem Abend auch zahlreiche Geschwindigkeitsmessungen im Stadtgebiet durch. Der Spitzenreiter ist innerorts mit 80 Stundenkilometern unterwegs. Im Zentrum der Kontrolle in der Nürnberger Straße stehen die Autos selbst. Sachverständige prüfen die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge und untersuchen, ob etwa das Fahrwerk unzulässig verändert worden ist. 32 Fahrzeuge werden insgesamt kontrolliert. Das Ergebnis: Bei sechs Fahrzeugen war wegen Veränderungen oder Mängeln die Betriebserlaubnis erloschen. Auf die Halter kommt nun ein Bußgeld zu.

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