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Würzburger OB kritisiert Pläne zur Kürzung von Flüchtlingshilfen | BR24

© Anke Gundelach/BR-Mainfranken

Würzburgs Oberbürgermeister Schuchardt kritisiert die Sparpläne von Bundesfinanzminister Scholz in der Flüchtlingshilfe. Eine Kürzung der Hilfen für Unterbringung und Integration von Asylbewerbern führe zu erheblich höheren sozialen Folgekosten.

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Würzburger OB kritisiert Pläne zur Kürzung von Flüchtlingshilfen

Würzburgs Oberbürgermeister Schuchardt kritisiert die Sparpläne von Bundesfinanzminister Scholz in der Flüchtlingshilfe. Eine Kürzung der Hilfen für Unterbringung und Integration von Asylbewerbern führe zu erheblich höheren sozialen Folgekosten.

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In seiner Funktion als Vorsitzender des Finanzausschusses des Bayerischen Städtetags hat Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) die Kürzungspläne des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD) bei der Flüchtlingshilfe kritisiert. Scholz hatte angekündigt, die Hilfen für Unterbringung und Integration von Asylbewerbern zu kürzen.

Würzburger OB warnt vor unabsehbaren Kosten

"An den Kosten für Integration und Versorgung von Asylbewerbern, anerkannten, aber auch geduldeten Flüchtlingen zu sparen, bedeutet soziale Folgekosten, die erheblich höher sind, in Kauf zu nehmen", warnte Schuchardt. Laut Schuchardt ist die Betreuung anerkannter Flüchtlinge arbeitsintensiv. Schließlich biete die Kommune anerkannten Asylbewerbern eine gesundheitliche Versorgung und Sprachkurse. Sie helfe bei der Wohnungssuche und vermittele Arbeit. Sie organisiere den Schulunterricht und stelle Kindergartenplätze bereit.

Schuchard: Integration ist eine jahrzehntelange Daueraufgabe

"Wenn hier gespart werden soll", ärgerte sich Schuchardt, "verschiebt der Bundesfinanzminister die längerfristigen Lasten aus der Flüchtlingskrise auf die Städte und verkennt, dass Integration eine jahrzehntelange Daueraufgabe ist." Schuchardt zufolge lebten allein in Würzburg Menschen aus über 150 Ländern. Mehr als ein Viertel der Einwohner besitze eine nichtdeutsche Herkunft. "Das ist ebenso Chance wie Herausforderung", äußerte sich der Würzburger Rathauschef und fügte hinzu: "Wir möchten, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich und in gegenseitigem Respekt miteinander und gleichberechtigt am wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben teilhaben. Hier im Kleinen, in den Städten, entscheidet sich, ob Integration gelingt."

Zahlreiche Städte wie Würzburg bauten auf zukunftsfähige Integrationskonzepte, die darauf abzielten, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund die gleichen Chancen und Teilhabe auf Augenhöhe zu ermöglichen. Derzeit leben in Würzburg etwa 2.200 Menschen mit Fluchthintergrund.