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Würzburger Mozartfest mit Alternativprogramm in Corona-Zeiten | BR24

© BR/Jochen Wobser

Pressekonferenz zum Würzburger Mozartfest 2020

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    Würzburger Mozartfest mit Alternativprogramm in Corona-Zeiten

    Am Freitag hätte das 99. Mozartfest in Würzburg beginnen sollen. Die Corona-Pandemie macht jedoch alle Pläne der Veranstalter zunichte. Nun heißt es, der Krise zu trotzen, weshalb 43 Veranstaltungen in teils besonderer Form geschaffen wurden.

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    In Würzburg haben die Macher des 99. Mozartfests ihr alternatives Festivalprogramm präsentiert. Ursprünglich waren 75 Konzerte an fast 30 Spielorten geplant. Die Corona-Pandemie hat diese Planungen dann zunichte gemacht. Aber statt das Festival komplett abzusagen, haben die Organisatoren in den vergangenen Wochen ein neues Programm ausgearbeitet, das an die gegenwärtige Lage angepasst ist.

    Mit Blick auf das Festivalmotto "Widerstand. Wachsen. Weitergehen." sagte Intendantin Evelyn Meining dem Bayerischen Rundfunk: "Ursprünglich war dieses Motto auf Parallelen zwischen Mozart und Beethoven gemünzt, künstlerische Grenzen herauszufordern. Angesichts der gegenwärtigen Krise ist uns das Motto des Weitergehens zu einem Appell geworden. Wir müssen weitergehen – und gerade die Musik ist dazu geeignet, den Menschen aus dem Corona-Frust herauszuhelfen."

    BR überträgt Veranstaltung per Videostream

    In den vergangenen vier Wochen habe das Festivalteam deshalb ein Alternativprogramm mit immerhin gut 40 Veranstaltungen "aus dem Boden gestampft, das der Krise trotzt", so Meining. Den Auftakt macht am 9. Juni um 19.00 Uhr eine Musiknacht mit vier Kammermusik-Ensembles aus der Würzburger Residenz.

    In der Residenz wird kein Live-Publikum anwesend sein, aber der Bayerische Rundfunk überträgt die fünfstündige Veranstaltung per Videolivestream von 19.00 bis 24.00 Uhr im Internet. Im Kaisersaal präsentieren dann Kammermusik-Ensembles eigens für das Mozartfest erarbeitete Programme.

    Aus Frankreich wird der Pianist Kit Armstrong mit einem Klavier-Rezital zugeschaltet. In einem zweiten Video-Livestream gibt Reinhard Goebel, Artiste étoile 2020, Einblick in seine künstlerische Arbeit, wenn er mit dem Münchner Rundfunkorchester in einer kleinen Besetzung im Kaisersaal gastiert.

    Darüber hinaus gibt es drei Radio-Konzerte, die im Hörfunkprogramm von BR Klassik übertragen werden: Ragna Schirmer (Klavier) und Isang Enders (Violoncello) im Duo, Jörg Widmann (Klarinette), Carolin Widmann (Violine) und Oliver Triendl (Klavier) im Trio sowie eine "Streichquartettnacht", in der drei renommierte Quartette in der Residenz zusammentreffen.

    Balkon-Konzerte von Türmen

    Von 13. bis 16. Juni findet das "MozartLabor" im Exerzitienhaus Himmelspforten statt. Das "MozartLabor" versammelt Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops. Hier komme der Wert von Musik auf den Prüfstand sowie "die Frage nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Kunst und Kultur", so die Veranstalter.

    Gerade in Krisenzeiten seien diese Themen essentiell. Am 20. Juni stehen dann "Balkon-Konzerte" auf dem Alternativprogramm. Christoph Eß, Solo-Hornist der Bamberger Symphoniker wird mit seiner Formation "german hornsound" an exponierten Orten in Würzburg kurze Konzerte spielen - auf Stadtbalkonen oder von Türmen hoch über den Straßen und Gassen.

    Wo und wann genau diese Kurzkonzerte stattfinden, könne man nicht ankündigen, so Evelyn Meining, um zu vermeiden, "dass sich an den Konzertorten allzu große Menschenansammlungen zusammenfinden". Deshalb sollte diese Konzerte "einen positiven Überraschungseffekt" auf die Würzburger Passanten ausüben.

    Karten ab dem 3. Juni

    Vom 11. bis 14. Juni und vom 19. bis 21. Juni wird die mobile Musikbühne "Der Blaue Eumel" unterwegs sein. Der Musik-Lkw soll kleine und kurze Live-Konzerte in Innenhöfe und an Plätze der Region bringen. Für das Mozartfest-Finale vom 24. bis 27. Juni plant das Mozartfest, vier Live-Konzerte mit Publikum durchzuführen – in der Rotationshalle des Vogel Convention Centers sowie in der Blauen Halle der va-Q-tec AG.

    Hierfür bemühe sich das Mozartfest derzeit beim Ordnungsamt der Stadt Würzburg um Ausnahmegenehmigungen, um mehr als die ab 15. Juni zugestandenen 50 Zuhörer für Innenraumkonzerte in die riesige Rotationshalle lassen zu können. "Diese Verordnung der Staatsregierung ist für uns enttäuschend gering und sehr pauschal gewählt", so Evelyn Meining. "Was sagt denn eine Zahl 50?

    Wenn ich eine so große Halle habe wie wir, dann müsste man doch differenzieren und die Menschen auch bei einer höheren Kapazität schützen können". Karten für die Publikumskonzerte soll es ab dem 3. Juni per telefonischer Bestellung im Büro des Mozartfests geben.