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Der Mann, der in Würzburg drei Frauen mit einem Messer tötete und mehrere Menschen schwer verletzte, wird wohl in eine Psychiatrie verlegt.

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    Würzburger Messerattacke: Täter soll wohl in Psychiatrie

    Der Somalier, der in der Würzburger Innenstadt Menschen mit einem Messer angegriffen und dabei drei Frauen getötet hat, ist womöglich nicht schuldfähig und wird deshalb wohl in eine Psychiatrie verlegt. Die Entscheidung darüber fällt am Nachmittag.

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    • BR24 Redaktion

    Nach der grausamen Messerattacke vom 25. Juni in einem Würzburger Kaufhaus und am Barbarossaplatz, bei der drei Frauen starben und mehrere Menschen schwer verletzt wurden, war der Angreifer bisher noch nicht vernehmungsfähig. Sein Pflichtverteidiger Hans-Jochen Schrepfer sagte auf BR-Anfrage, es handele sich um einen kranken Menschen, der in seinem aktuellen Zustand kaum in der Lage sei, überhaupt zu kommunizieren. Eine Vernehmung sei bislang also nicht möglich gewesen.

    U-Haft oder Psychiatrie? Amtsgericht entscheidet

    Am Amtsgericht Würzburg steht am Nachmittag ein Termin beim Ermittlungsrichter an, zur Eröffnung eines Unterbringungsbefehls. Dabei handelt es sich um die gerichtliche Anordnung, dass ein Beschuldigter, der nicht schuldfähig ist, einstweilen in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in einer Entziehungsanstalt unterzubringen ist. Mehrere Medien hatten berichtet, dass die Generalstaatsanwaltschaft München eine Verlegung des Somaliers aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Unterbringung beantragt haben soll.

    Messerstecher war möglicherweise schuldunfähig

    Demnach geht die Generalstaatsanwaltschaft davon aus, dass der Somalier die Tat "im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit" begangen hat, wie es in Paragraf 126a der Strafprozessordnung heißt. In einem solchen Fall ist eine Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt die einzige Möglichkeit, ihn weiter in Gewahrsam zu behalten. Die Entscheidung für die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt hat der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg zu treffen.

    Trotz Dolmetscher ist kein Gespräch möglich

    Pflichtverteidiger Schrepfer schildert seine Begegnungen mit dem Täter wie folgt: "Es gibt Phasen, wo er klar wirkt. Das kann aber sehr schnell umklappen. Zuletzt hat er wie apathisch gewirkt." Demnach spricht der Somalier selbst mit seinem Anwalt Hans-Jochen Schrepfer so gut wie nicht. Schrepfer sucht ihn mit einem Dolmetscher auf, der Somali spricht. Der Rechtsanwalt geht nicht davon aus, dass sich ein islamistisches Motiv bei seinem Mandanten erhärtet und sagt: "Es zeichnet sich ab: Er hat eine ganz schwerwiegende Erkrankung."

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