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Blick aufs Würzburger Landesgartenschau-Gelände
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Autoren

Barbara Markus
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Blick aufs Würzburger Landesgartenschau-Gelände

Statt mit fast einer Million Besuchern rechnen die Veranstalter nun allenfalls noch mit 700.000 Gästen. Als Mitveranstalter muss die Stadt Würzburg dann möglichweise zwei Millionen Euro von den Kosten übernehmen.

Schweinfurt durch Negativbeispiel Würzburg gewarnt

Gegner der Gartenschau 2026 in Schweinfurt sammeln bereits seit Anfang August Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Die Initiatoren bezweifeln nach dem Negativbeispiel von Würzburg, dass Schweinfurt die Kosten für die Grünschau über die kalkulierten Eintrittsgelder erwirtschaften kann.

Bürgerinitiative: Stadtwald statt Landesgartenschau

Sie kritisieren aber vor allem den Investitonsaufwand für die Anlage des zehn Hektar großen Parks, der auf dem Gelände der ehemaligen Ledward-Kaserne in Schweinfurt entstehen soll. Dafür müsste Schweinfurt zwölf Millionen Euro aufbringen. Nur 200.000 Euro würde es aber kosten, auf dem Gelände einen Stadtwald zu pflanzen, rechnet Stadträtin Ulrike Schneider von der Schweinfurter Liste vor. Schneider ist eine der Wortführerinnen der Bürgerinitiative und argumentiert: "Das wäre nicht nur weit billiger für den Steuerzahler, sondern ökologisch für das Stadtklima weit wertvoller".

BR / Jochen Wobser

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Stadt Schweinfurt hält an Landesgartenschau fest

Stadtbaureferent für Schweinfurt, Ralf Brettin, stellte allerdings klar, dass die Stadt an den Plänen für die Landesgartenschau festhält. Noch stehe das genaue Konzept für 2026 nicht fest. Es werde sich aber sicher daran orientieren, was an anderen Standorten gut und schlecht gelaufen sei. Ziel sei es damit dauerhaft einen Park zu schaffen, der einerseits den Studenten der Fachhochschule Schweinfurt in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem neuen internationalen Campus zur Verfügung steht, als auch den Bewohnern umliegender Wohnviertel mit nur wenig Grün.

Erste Landesgartenschau in Würzburg war riesen Erfolg

In Würzburg wird man unterdessen wehmütig an 1990 zurückdenken, als die Landesgartenschau erstmals dort veranstaltet wurde. Damals kamen 2,5 Millionen Besucher auf das Areal am Fuße der Festung Marienberg - so viele wie bei keiner anderen Gartenschau in Bayern davor und danach. Die damals geschaffene Gartenanlage ist heute noch ein gut gepflegtes und beliebtes Naherholungsgebiet. In Würzburg war deshalb die Bewerbung für eine zweite Landesgartenschau zu keiner Zeit umstritten.

Viel Kritik über soziale Medien über Würzburger Konzept

Allerdings wurde bereits kurz nach der Eröffnung am 12. April hauptsächlich über soziale Medien Kritik am Konzept verbreitet: zu weite Wege, zu viel Wiese, zu wenig Blumenbeete. Seit Juli verkehren nun zwei Elektrobähnchen kostenlos. An den Wegen wurden nachträglich dutzende von Pflanzkübeln aufgestellt. Die Organisatoren führen den Besuchereinbruch vor allem auf die lang anhaltende Hitzeperiode zurück.

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Barbara Markus

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Regionalnachrichten aus Mainfranken vom 28.08.2018 - 10:30 Uhr