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Würzburger Kinderporno-Fall: Logopäde noch in anderer Kita tätig | BR24

© picture-alliance/dpa

Kindertagesstätte (Symbolbild)

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Würzburger Kinderporno-Fall: Logopäde noch in anderer Kita tätig

Der im Würzburger Kinderporno-Fall inhaftierte Logopäde war noch an einer weiteren Kindertagesstätte tätig. Auch diese Einrichtung befindet sich in Würzburg. Weitere Taten wurden bislang aber nicht bekannt.

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Der Logopäde, der derzeit wegen des Würzburger Kinderporno-Falls in Untersuchungshaft sitzt, war noch an einer weiteren evangelischen Kindertagesstätte als Therapeut tätig. Das bestätigte das evangelische Dekanat Würzburg auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd).

"Wir haben alle unsere Kitas um Rückmeldung in dieser Sache gebeten", so die Dekanin Edda Weise. "Uns ist bekannt, dass der Beschuldigte in einer weiteren Kita als Therapeut tätig war." Ob auch dort ein Missbrauch stattgefunden hat, ist unklar. Die Ermittler haben derzeit allerdings keine Hinweise darauf.

Verdächtiger soll Namen seiner Opfer mitgeteilt haben

Der am 21. März festgenommene 37-jährige Logopäde soll verschiedenen Medienberichten zufolge über seine Anwälte schriftlich die Namen der Opfer und die Tatorte mitgeteilt haben. Ein Sprecher der Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg wollte diese Informationen allerdings nicht bestätigen. Er sagte lediglich, dass der Mann eine kurze Stellungnahme abgegeben habe, die jetzt ausgewertet werde. Details seien nicht bekannt.

© BR Fernsehen

Im Fall des Würzburger Logopäden, der Kinder missbraucht haben soll, konnten Polizei und Staatsanwaltschaft ein erstes Opfer identifizieren. Es soll sich um einen Jungen aus der betroffenen Kindertagesstätte handeln.

Dekanin spricht von hoher krimineller Energie

Die Ermittler können noch keine Angaben dazu machen, in welchem Zeitraum die gefilmten und fotografierten Taten begangen wurden. Dekanin Weise nahm am Donnerstag noch einmal ausführlicher Stellung zu den Vorkommnissen. Sie sagte, der beschuldigte Therapeut sei mit hoher krimineller Energie in die Kita eingedrungen und habe die Einrichtung für seine perfiden Taten missbraucht. Sie betonte, dass der Logopäde seine Leistungen in Absprache mit Eltern, Ärzten und Krankenkassen in den Räumen der Kita angeboten habe. "Dazu gehörte auch, dass er mit Kindern alleine war", sagte Weise.

Konsequenz: Externe dürfen keine Einzeltherapie in Kita-Räumen anbieten

Nachdem das Vertrauen in derart "abscheulicher Weise" missbraucht worden sei, dürften externe Therapeuten nun keine Einzeltherapien mehr in Kita-Räumen durchführen, sagte Weise. Der beschuldigte Logopäde, der seit 21. März in Untersuchungshaft sitzt, habe die Kinder in der Kita auf freiberuflicher Basis behandelt. Die kinderpornografischen Aufnahmen seien auch in den Räumen der Einrichtung entstanden.