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Würzburger Intensivmediziner: Immer mehr belegte Intensivbetten | BR24

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Intensivstation in einem Krankenhaus.

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    Würzburger Intensivmediziner: Immer mehr belegte Intensivbetten

    Seit einer Woche steigt die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen langsam wieder an, sagt ein Würzburger Intensivmediziner. In vielen unterfränkischen Regionen sind über 90 Prozent der Betten belegt, aber nicht nur mit Corona-Patienten.

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    Von
    • Julia Dechet

    Die Lage auf bayerischen Intensivstationen wird derzeit als noch beherrschbar eingeschätzt. Aber das könnte sich angesichts der beginnenden dritten Corona-Welle bald ändern. So steigt die Zahl der intensivpflichtigen Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, seit einer Woche langsam wieder an. Das sagt Intensivmediziner Prof. Dr. Patrick Meybohm vom Uniklinikum Würzburg auf BR-Anfrage. Meybohm erwartet den Höhepunkt der Intensivbettenbelegung zwischen Mitte April und Mitte Mai.

    "Für Trendumkehr ist längerer Lockdown nötig"

    Die zunächst angekündigten "Ruhetage" über Ostern, die die Bundesregierung mittlerweile wieder zurückgenommen hat, hätten kurzfristig ohnehin keinen oder nur einen geringen Effekt gehabt, so der Intensivmediziner. "Ein echter Abfall der täglichen Neuinfektionszahlen ist nach nur 4-5 Tagen 'Pause' kaum zu erwarten", sagt Meybohm.

    Intensivbetten-Belegung in Unterfranken

    In Unterfranken sind, Stand 24. März, in acht von zwölf Städten und Landkreisen weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

    In drei unterfränkischen Landkreisen sind aktuell alle Intensivbetten belegt, nämlich in den Landkreisen Miltenberg, Aschaffenburg und Main-Spessart. Allerdings gibt es in den Landkreisen vergleichsweise wenige Intensivbetten. So hat der Landkreis Miltenberg insgesamt zehn Intensivbetten, wovon sechs mit Corona-Patienten belegt sind. Der Landkreis Aschaffenburg verfügt über sechs Intensivbetten, zwei davon sind mit Corona-Patienten belegt. Und im Landkreis Main-Spessart gibt es insgesamt acht Intensivbetten, wovon zwei mit Corona-Patienten belegt sind.

    Mehr Betten in den Städten – aber auch weniger Betten frei

    Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt haben im Verhältnis generell mehr Intensivbetten als die meisten unterfränkischen Landkreise. Alle drei unterfränkischen Städte sind im DIVI-Intensivbetten-Register dunkelrot eingefärbt, haben also weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei.

    Konkret hat die Stadt Würzburg insgesamt 147 Intensivbetten, von denen 14 derzeit nicht belegt sind: 9,52 Prozent der Würzburger Intensivbetten sind damit noch frei. Laut DIVI-Register sind in Würzburg aktuell neun Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. In Aschaffenburg sind noch 4,65 Prozent der Intensivbetten frei: insgesamt gibt es dort 43 Intensivbetten – 41 sind belegt, zwei davon mit einem Corona-Patienten. In der Stadt Schweinfurt gibt es insgesamt 57 Intensivbetten, von denen fünf aktuell verfügbar sind. Somit sind in Schweinfurt 8,77 Prozent der Intensivbetten frei.

    Hohe Belegung in Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld

    Zwei weitere unterfränkische Landkreise, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld, sind im DIVI-Register ebenfalls dunkelrot eingefärbt. In den beiden Landkreisen gibt es vergleichsweise viele Intensivbetten. Der Landkreis Bad Kissingen verfügt über 45 Intensivbetten, von denen drei noch frei sind – das entspricht 6,67 Prozent. Im Landkreis Rhön-Grabfeld gibt es insgesamt 135 Intensivbetten – zwölf davon, also 8,89 Prozent sind noch frei. Im Landkreis Würzburg sind laut DIVI-Intensivbetten-Register insgesamt 11,11 Prozent der Betten noch frei – zur Verfügung stehen neun.

    Drei Landkreise mit mindestens 25 Prozent freien Intensivbetten

    Grün eingefärbt sind im DIVI-Register drei unterfränkische Landkreise. Das bedeutet, dass hier mindestens 25 Prozent der Intensivbetten noch frei sind. Im Landkreis Haßberge mit insgesamt neun Betten und im Landkreis Schweinfurt mit insgesamt sechs Betten sind jeweils ein Drittel der Intensivbetten noch frei. Die prozentual meisten freien Intensivbetten in Unterfranken hat der Landkreis Kitzingen: Von acht Betten sind drei noch frei, das entspricht einem Prozentsatz von 37,5.

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