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Das Würzburger Gesundheitsamt sucht Ärzte und Medizinstudenten zur "dringenden Unterstützung" der überlasteten Mitarbeiter. Sie sollen Isolierte und Kontaktpersonen managen oder Schulen und Krankenhäuser beraten.

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Würzburger Gesundheitsamt sucht dringend nach Helfern

"Contact Tracing" meint die Nachverfolgung von Infektionsketten – und dafür braucht es dringend mehr Personal. Das Gesundheitsamt in Würzburg sucht daher händeringend nach Helfern. Nur so könne ein zweiter Lockdown vermieden werden.

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Von
  • Carolin Hasenauer
  • Jochen Wobser

Erneut hat das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Würzburg zur Mithilfe aufgerufen. Gesucht werden Helferinnen und Helfer, die bei der Nachverfolgung von Coronainfektionen unterstützen.

Nachverfolgung von Infektionsketten kompliziert

Noch habe man die Lage im Griff, aber bei den steigenden Fallzahlen müsse man vorbereitet sei, so Landrat Thomas Eberth: "Die Herausforderung wird dahingehend größer, dass wir keinen Lockdown mehr haben und den auch unbedingt verhindern wollen! Im Lockdown war die Nachverfolgung der Infektionsketten deutlich einfacher. Jetzt mit Schule, Kindergarten und Alltag ist die Nachverfolgung wesentlich komplizierter."

Vor allem medizinisches Personal wird gebraucht

Vor allem suche man medizinisches Personal, also etwa Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand oder Medizinstudierende. Denn die Bürgerinnen und Bürger hätten sich mittlerweile auf das Virus eingestellt, fragten spezifischer nach, so Eberth. "Mediziner aus allen Bereichen wären da eine hervorragende Unterstützung für uns, um den Bürgerinnen und Bürgern die fachlich richtigen Antworten zu geben." Arbeitsfelder seien zum Beispiel das Management von Isolierten und Kontaktpersonen oder die Beratung von Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern.

Jede Unterstützung hilft beim Eindämmen

Voraussetzung seien gute EDV-Kenntnisse und die Bereitschaft, sich in die Dokumentations-Software des Gesundheitsamts einzuarbeiten. Gesucht werden Kräfte für Voll- oder Teilzeit, auch bei der Übernahme von Rufbereitschaften gebe es großen Bedarf. Darüber hinaus sucht das Gesundheitsamt auch Nicht-Mediziner zur Unterstützung, etwa um Kontaktpersonen zu ermitteln und Infektionsketten nachzuverfolgen.

Interessierte sollen sich mit dem Betreff "Unterstützung-ÖGD" unter der E-Mail-Adresse gesundheitsamt@lra-wue.bayern.de melden.

Noch habe man die Lage im Griff

Der Aufruf sei aktuell eher im Sinne des vorausschauenden Handelns, noch könne man den Bedarf ganz gut abdecken, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Landrat Eberth: "Natürlich stehen alle Gesundheitsämter in ganz Deutschland, Bayern und Unterfranken vor der Herausforderung: Wie kann ich die Nachverfolgung dauerhaft gewährleisten, wie kann ich den Wettlauf gegen das Virus und teilweise gegen die Unvernunft gewinnen?"

Bayernweit zu wenig Personal in "Contact Tracing Teams"

Wie die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine Umfrage in Gesundheitsämtern berichtete, gibt es aktuell bei einem knappen Viertel der Behörden Verzögerungen in der Kontaktnachverfolgung. Dabei gehe es um sogenannte Kontaktpersonen der Kategorie I. Das seien jene Menschen, die sich für 14 Tage in Quarantäne begeben müssten, deren Gesundheit täglich überwacht werden sollte und die im Einzelfall auch getestet werden sollten. Die Mediziner im öffentlichen Gesundheitswesen können bei sprunghaften Anstiegen der Corona-Neuinfektionen mancherorts eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung kaum mehr bewältigen.

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