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Würzburger Denkmal für deportierte Juden: Standort ist gefunden | BR24

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Die schwierige Standortsuche für den Würzburger "DenkOrt Aumühle" hat ein Ende. Der Würzburger Stadtrat hat beschlossen, das geplante Denkmal für deportierte Juden in einer Grünanlage in Nähe des Hauptbahnhofs zu realisieren.

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Würzburger Denkmal für deportierte Juden: Standort ist gefunden

Die schwierige Standortsuche für den Würzburger "DenkOrt Aumühle" hat ein Ende. Der Würzburger Stadtrat hat beschlossen, das geplante Denkmal für deportierte Juden in einer Grünanlage in Nähe des Hauptbahnhofs zu realisieren.

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Das Votum in der Würzburger Stadtratssitzung am Donnerstag war einstimmig: Der "DenkOrt Aumühle" wird an einem zentral gelegenen Ort zwischen Ringpark und Bahnhofsvorplatz entstehen. Damit ist nach schwieriger Suche ein Standort für das Denkmal gefunden, das an die 2.068 Juden erinnern soll, die während des NS-Regimes von Würzburg aus in verschiedene Vernichtungslager deportiert worden waren.

Mit dem Stadtratsbeschluss hat das Gartenamt nun den Auftrag, begleitend zur Errichtung des DenkOrtes den angrenzenden Abschnitt des Ringparks gartenplanerisch aufzuwerten. Außerdem soll dort ein beleuchteter Weg entstehen.

Erinnerung an das Schicksal von 2.069 deportieren Juden

Ursprünglich war geplant, das Denkmal am Aufgang zum ehemaligen Verladebahnhof Aumühle zu errichten, von wo in den Jahren 1941 bis 1943 Juden aus ganz Unterfranken deportiert worden waren. Der Standort kann jedoch nicht genutzt werden, weil unter dem Aufgang zum Ladebahnhof die Pleichach in einen maroden Tunnel fließt und die Deutsche Bahn plant, das Flüsschen in diesem Bereich freizulegen.

Zentral gelegener Standort für geplantes Denkmal

Nun ist zwischen Ringpark und Bahnhofsvorplatz ein neuer und zentraler Standort gefunden. Auch einen historischer Bezug gibt es. Zwar liegt der Hauptbahnhof nicht direkt an dem Weg, den die Deportierten vom Sammelplatz am Platzschen Garten bis zum Ladebahnhof Aumühle gehen mussten. Aber eine der Deportationen begann am Hauptbahnhof.

© Staatsarchiv Würzburg

Juden werden am Würzburger Güterbahnhof "Aumühle" deportiert.

Unterfränkische Gemeinden beteiligen sich am "DenkOrt"

Das Mahnmal selbst soll dem ursprünglichen Entwurf des Würzburger Architekten Matthias Braun möglichst ähnlich sein. Zentral sind 109 Gepäckstücke aus unterschiedlichen Materialien, die aus den unterfränkischen Gemeinden kommen, in denen es bei der Machtergreifung der Nazis noch eine jüdische Gemeinde gab. Je ein Gepäckstück wird mit einer Gedenktafel in der Gemeinde aufgestellt, ein identisches Gegenstück wird Teil des DenkOrts in Würzburg. Rund 50 Gemeinden haben sich bereits beteiligt, darunter etwa Gerolzhofen mit einem Metallkoffer oder Gemünden mit Betonkoffer und einem Rucksack, der für einen im Alter von sechs Jahren deportierten Jungen steht.