BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Christian Carisius

Eines der ersten Ergebnisse der Corona-Studie: Kita-Kinder sind offenbar keine wesentlichen Treiber der Pandemie. Anders sieht es aber wohl bei den Beschäftigten aus.

38
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Würzburger Corona-Studie: Lieber spucken als Nasebohren

Im Herbst 2020 startete eine Corona-Studie der Uni Würzburg mit Kita-Kindern. Erste Ergebnisse wurden nun veröffentlicht: Laut Studie hatten die teilnehmenden Kita-Kinder eine klare Tendenz, wenn es um die Form des Corona-Tests ging.

38
Per Mail sharen
Von
  • Pirmin Breninek
  • BR24 Redaktion

Lieber Spucken oder lieber Nasebohren? Zumindest wenn es um die Art des Corona-Tests geht, hatten die Kita-Kinder eine klare Tendenz: Lieber spucken. Zu diesem ersten Ergebnis kommt die sogenannte "Wü-KiTa-CoV-Studie" der Würzburger Uniklinik und der Universität, die während der zweiten Corona-Welle, zwischen Oktober 2020 und März 2021, stattfand. Dabei wurden mehr als 5.000 Tests vorgenommen und ausgewertet. Die Zwischenergebnisse der Würzburger Corona-Studie wurden nun veröffentlicht.

Mundspülwasser-Test findet Zuspruch bei Kindern und Eltern

Der Spucktest, oder auch genannt Mundspülwasser-Test, kam bei den Kindern besser an als der Nasenabstrich. Bis zu 75 Prozent bevorzugten ihn. Für diese Methode mussten die Kinder zu Hause zweimal in der Woche einen Esslöffel Leitungswasser im Mund verteilen und in ein Röhrchen spucken. Ein Labor untersuchte die Proben. Der Spucktest ist allerdings erst für Kinder ab einem Alter von zwei Jahren geeignet.

Diese PCR-Testmethode konnte zu Hause durchgeführt werden und verzeichnete die geringste Abbruchrate über den Studienverlauf. Nach dem Aufstehen spülen die Kinder einen Schluck Leitungswasser im Mund, diesen spucken sie in ein Röhrchen. Die Probe geht anschließend ins Labor.

Kita-Personal öfter mit Corona infiziert als Kinder

Regelmäßige Corona-Tests bei Kindern und deren Erzieherinnen können der Studie zufolge außerdem Infektionen schnell erkennen und dabei helfen, die Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Bei den regelmäßigen Tests sei nur bei einem Kind eine Corona-Infektion nachgewiesen worden, das Personal hingegen habe sich öfter infiziert. Das spreche dafür, dass ein Impfangebot für Kita-Personal wichtig im Kampf gegen die Pandemie sei, hieß es.

Neun Würzburger Kindertagesstätten an Studie beteiligt

Neun Kindertagesstätten im Würzburger Stadtgebiet wurden in die Studie einbezogen, mehr als 60 Prozent der dort betreuten Kinder und mehr als 70 Prozent des Personals beteiligten sich freiwillig daran. Etwa 1.000 Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren und deren Betreuer durften zwischen Oktober 2020 und März 2021 teilnehmen.

Zum einen wurden regelmäßige Reihentestungen bis zu zweimal pro Woche in der Kita bei allen teilnehmenden gesunden Kindern und Beschäftigten vorgenommen. Dabei kamen sowohl Tests per Nasenabstrich durch geschultes Personal und auch Spucktests zum Einsatz, bei denen die Teilnehmer die Proben zu Hause selbst abgenommen haben. Zum anderen wurden Beschäftigte, Kinder und Haushaltsangehörige bei Erkältungssymptomen getestet.

Die Rückmeldungen vieler Eltern sind positiv. "Ich habe das sehr befürwortet und begrüßt, weil es für uns auch ein sicheres Gefühl war", sagt eine Mutter vor dem Kinderhaus "Schatzinsel" in Würzburg. Die Einrichtung nimmt ebenfalls an der Studie teil.

Anschlussstudie soll im Mai starten

Im Mai soll nun eine Anschlussstudie beginnen. Hierbei besteht in den neun Studien-Kitas die Möglichkeit, mit einem Antigen-Schnelltest aus einem Nasenabstrich, der Abgabe von Mundspülwasser oder mit einer Kombination beider Testkonzepte an der Studie teilzunehmen. Ziel sei es herauszufinden, welche Testmethoden sich für einen großflächigen Einsatz eignen, um auf diesem Weg die Aufrechterhaltung der Kinderbetreuung sicherzustellen.

Organisiert wird die Studie von der Stadt, der Universität und dem Universitätsklinikum Würzburg. Beteiligt sind Virologen, Allgemeinmediziner sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik. Die Folgestudie wird vom Land Bayern über das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit finanziert.

(Mit Material der dpa)

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!