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Würzburger Bischof Jung reagiert auf Brief aus Rom | BR24

© picture-alliance/dpa

Bischof Franz Jung

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    Würzburger Bischof Jung reagiert auf Brief aus Rom

    Der Würzburger Bischof Franz Jung reagiert auf einen Brief aus Rom. Das Schreiben befasst sich mit der Erneuerung der Pfarreien und hatte in den letzten Tagen für Aufsehen gesorgt. Auch Jung reagiert "etwas ernüchtert".

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    "Wo sind die missionarischen Impulse für eine Erneuerung der Pfarrei geblieben?“, so lässt sich die Antwort von Bischof Franz Jung auf das Schreiben aus Rom in einer Frage zusammenfassen. Unter dem Titel "Die Instruktion der Kongregation für den Klerus 'Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche'" hatte sich in dieser Woche unvermittelt der Vatikan zum Prozess der Pastoralreform zu Wort gemeldet.

    Brief aus Rom bleibt in Rechtsnormen stecken

    "Etwas ernüchtert" sei er, so schreibt Bischof Jung in seiner Stellungnahme, wo denn die Impulse für eine Erneuerung der Pfarrei geblieben sind. Das Dokument aus dem Vatikan bleibe in der Erläuterung von Rechtsnormen stecken. Erwartet hätte man neue Initiativen und Sichtweisen, die den Horizont weiten, Neugier wecken und Mut machen. Das Anliegen, dass es nicht um eine Klerikalisierung der Pastoral in der Pfarreiarbeit gehen dürfe, bleibe blass.

    Pastoralreform nicht gefährdet

    Unmittelbaren Handlungsbedarf im Bistum Würzburg sieht der Bischof beim aktuellen Umbau der Pfarreienlandschaft nicht. Lese man das Dokument genau, dann zeige es Spielräume auf: So würden beispielsweise Wortgottesfeiern, Beerdigungen oder Taufen, als Möglichkeit gesehen, um Laien einzubinden – vorausgesetzt ein Priester steht nicht zur Verfügung. Außerdem seien Pfarrer gut beraten, ihre Pfarrgemeinderäte ernst zu nehmen und deren Beratungen auch Folge zu leisten.

    Zu hohes Rentenalter für Priester

    Befremdlich erscheint Jung, dass auch das Erreichen des 75. Lebensjahres bei einem Priester noch immer nicht als zwingender Grund für den Ruhestand betrachtet wird. Ebenso schwer tut er sich mit dem Hinweis, dass weder der Mangel an Klerikern noch die finanziellen Nöte eines Bistums als hinreichende Gründe dafür erachtet werden, eine Kirche weltlich zu nutzen.

    Vatikan-Dokument: Mehr Schaden als Nutzen

    Auch der Bamberger Erzbischof Schick hatte sich zur Instruktion der Kleruskongregation geäußert. In deutlichen Worten führte er aus, dass das neue Vatikan-Dokument der Kirche "mehr Schaden als Nutzen" bringe. Insbesondere gehe das Dokument zu wenig auf die jeweilige Situation der Kirche vor Ort ein. Das sieht Schick aber als Notwendigkeit.

    Auch Jung weist darauf hin, dass sich die Deutsche Bischofskonferenz im Herbst mit dem Dokument auseinandersetzen und nach möglichen Konsequenzen fragen werde.

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