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Würzburger Bäckerei Brandstetter schließt Filialen wegen Corona | BR24

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Wegen des Coronavirus ist nun vorerst Schluss. Die Würzburger Tranditionsbäckerei Brandstetter schließt vorübergehend ihre Filialen. Mit den Ausgangsbeschränkungen entpuppt sich vor allem die Lage in der Innenstadt als Nachteil.

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Würzburger Bäckerei Brandstetter schließt Filialen wegen Corona

Wegen des Coronavirus ist nun vorerst Schluss. Die Würzburger Traditionsbäckerei Brandstetter schließt vorübergehend ihre Filialen. Mit den Ausgangsbeschränkungen entpuppt sich vor allem die Lage in der Innenstadt als Nachteil.

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Den Brandstetter kennt in Würzburg so gut wie jeder. Viele junge Gäste kommen früh morgens um fünf Uhr nach der Disco für den ersten Kaffee. Dazu gesellen sich Mitarbeiter der Müllabfuhr, ältere Damen und Herren. Stammgäste aller Couleur sitzen beisammen. Seit 1890 besteht die Bäckerei und Konditorei in der Innenstadt. Nun muss sie vorerst schließen.

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Corona zwingt Brandstetter zur Pause

Mit Christian Englert führt die fünfte Generation die Geschäfte der Bäckerei. Ab Montag werden nun bis auf weiteres keine Brötchen und Kuchen mehr gebacken. Auch den Lieferservice will Englert vorerst einstellen. "Ich hätte nie gedacht, dass unser Traditionsbetrieb so schnell gefährdet ist", sagt der Geschäftsführer. Das Coronavirus wirkt sich bereits jetzt deutlich auf seinen Betrieb aus.

Cafés bereits seit mehreren Tage geschlossen

Schon mit Beginn der Beschränkungen durch das Coronavirus musste die Bäckerei und Konditorei Konsequenzen ziehen. Seit mehren Tagen sind die Cafés bereits geschlossen. Nun am Samstag, kurz vor 12 Uhr wurden im Hauptgeschäft in der Würzburger Innenstadt die letzten Kuchen und Brötchen verkauft. Im Schaufenster hängen Plakate. Damit versucht Bäcker- und Konditormeister Englert seine schwierige Situation zu erklären. Erst musste er das Café schließen und nun ist auch noch der Umsatz in der Bäckerei massiv eingebrochen.

Kunden gehen verstärkt in Supermärkte

Als Wettbewerbsnachteil entpuppt sich die Innenstadtlage. "Die Leute kaufen vor allem in den größeren Supermärkten ein", klagt Englert. "Dort bekommen sie bei einem Besuch ein breites Sortiment." Zudem kann der Konditormeister die Gesundheit seiner 84 Angestellten nicht länger garantieren, sagt er. In seinen Filialen werden keine Brötchen aufgebacken. Alle Waren kommen zentral aus dem Stammhaus. Die Bäckerei liefert sie mehrfach am Tag aus. Vieles produzieren die Mitarbeiter noch in Handarbeit. Es geht eng zu und der Sicherheitsabstand lässt sich dadurch nicht einhalten.

Rücklagen der Bäckerei reichen nur wenige Wochen

Für sechs bis acht Wochen reichen die Rücklagen, sagt Englert: "Danach wird es eng. Wir hoffen, müssen aber mit dem Schlimmsten rechnen." Auf der Facebook-Seite der Traditionsbäckerei bedauern viele die Entscheidung, zeigen aber auch Verständnis und schicken zahlreiche Wünsche.

Der Brandstetter gilt in Würzburg als Institution. Er darf morgens vor allen anderen Cafés in Würzburg öffnen. So sollten traditionell Marktleute die Möglichkeit eines morgendlichen Kaffees haben.

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