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Würzburger Alt-Bischof Scheele gestorben | BR24

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Ehemaliger Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele tot

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Würzburger Alt-Bischof Scheele gestorben

Trauer im Bistum Würzburg: Der emeritierte Bischof Paul-Werner Scheele ist tot. Er starb nach Angaben des Bistums in der Nacht zum Samstag. Scheele stand 24 Jahre als Bischof an der Spitze des Bistums Würzburg.

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Um 8.00 Uhr hat die Totenglocke des Kiliansdoms für ihn geläutet. Scheele hatte im April seinen 91. Geburtstag gefeiert. Er war von 1979 bis 2003 Bischof des Bistums Würzburg. Doch Bischof zu sein war für ihn eine Lebensaufgabe. So blieb er auch im Ruhestand in seiner zweiten Heimat Mainfranken, wie sie der gebürtige Westfale gerne bezeichnete, er predigte und spendete weiter die Sakramente.

Der Bischof von Würzburg, Franz Jung, sagte dem BR, ihn verbinden mit Paul-Werner Scheele sehr emotionale Momente. So hatten bei seinem Antrittsbesuch fünf Bischöfe gemeinsam auf Scheeles Dachterrasse gestanden. Man habe gemeinsam gescherzt, und auch in den vergangenen Wochen, als Scheele immer schwächer geworden sei habe er seinen trockenen westfälischen Humor nicht verloren, so Jung. Scheeles Wahlspruch sei "Pax et Gaudium - Frieden und Freude" gewesen und diesen Frieden in Gott wünsche er ihm auch heute, sagte Bischof Jung. Scheele habe versucht, von vielem die positive Seite zu sehen. Das bedeute nicht, die Dinge schön zu reden, sondern die Herausforderung zu sehen und das Gute stark zu machen.

pax et gaudium

Seinen Wahlspruch "pax et gaudium – Frieden und Freude" verstand Scheele immer weiter gefasst als nur auf das Schweigen der Waffen bezogen. 27 Jahre lang leitete er die Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Ein gutes Verhältnis zur protestantischen Kirche und die Einheit der Kirche lagen ihm ebenso am Herzen wie das Gespräch mit der Jugend und die Kultur. So setzte er gegen Widerstände das Museum am Dom durch, in dem auch moderne sakrale Kunst ausgestellt wird.

© BR/Eberhard Schellenberger

Würzburg trauert um ehemaligen Bischof Paul-Werner Scheele

Kardinal Marx würdigt Scheele als großen Theologen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigt den Verstorbenen in einem Brief an den Bischof von Würzburg, Bischof Dr. Franz Jung.

„Mit Paul-Werner Scheele geht ein großer Theologe, dem die Ökumene zutiefst am Herzen lag, ein Bischof und Menschenfreund von uns. Ich verneige mich vor einer Persönlichkeit, die die katholische Kirche viele Jahre in unserem Land mit geprägt hat.“ Kardinal Reinhard Marx

Die Deutsche Bischofskonferenz sei Paul-Werner Scheele zu großem Dank verpflichtet, so Marx weiter. Scheele war fast drei Jahrzehnte Mitglied der Konferenz und habe die Beratungen mit Weitsicht und theologischer Feinfühligkeit geprägt. Fast genau so lange, mehr als 25 Jahre, stand er an der Spitze der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz:

„Gerade das war Paul-Werner Scheele ein Anliegen: den Schatz des Konzils in einen ökumenischen Dialog zu führen, der auf Augenhöhe die Gesprächspartner der anderen Konfessionen ernst nahm. Dieses Bemühen ist ihm weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gelungen und hat dem Verstorbenen internationalen Respekt eingebracht.“ Kardinal Reinhard Marx.
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Der frühere katholische Bischof von Würzburg ist tot. Paul-Werner Scheele starb im Alter von 91 Jahren. Von 1979 bis 2003 stand er an der Spitze des Bistums.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick drückte Scheele gegenüber "große Wertschätzung und Dank" aus. Über Twitter teilte er mit: "Er war mein erster Exerzitienmeister in Fulda, mein Professor in Würzburg, mein Chef als Ökumenereferent, mein Mitbruder als Bischof." Seit 1969 sei er mit ihm verbunden gewesen.

Kontakt in die DDR

Höhepunkte der Amtszeit von Paul-Werner Scheele waren die 1.300-Jahr-Feier des Martyriums der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan 1989 und das 1.250. Jubiläum der Bistumsgründung 1992. Zu DDR-Zeiten hielt Scheele besonderen Kontakt zu den bedrängten Katholiken im südthüringischen Teil des Bistums, unter anderem mit privaten Besuchen.

Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CSU) lobt vor allem die großen sozialen und kulturellen Verdienste des Verstorbenen. Mit Paul-Werner Scheele sei eine große Persönlichkeit und ein großer Menschenfreund von uns gegangen.

"Mit seinem Engagement in der Ökumene erwarb er sich über den Bereich der katholischen Kirche hinaus hohe Anerkennung und wirkte auch in Würzburg als Brückenbauer. In seiner unnachahmlichen charmanten und witzigen Art bezog er stets zu wichtigen Themen der Kirche und der Gesellschaft deutlich Stellung. Wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.“ Christian Schuchardt, OB Würzburg

Klavier, Fußball, Humor

Bis zuletzt behielt Alt-Bischof Scheele sich nicht nur seine Leidenschaft fürs Klavierspielen und den Fußball, sondern auch seinen Sauerländer Humor, den er gut mit der fränkischen Lebensfreuden zu verbinden wusste. Als er seinen Alterswohnsitz im Obergeschoss des Diözesanarchivs bezog, scherzte er "bei uns werden alte Bischöfe im Archiv abgelegt." Scheele war Ehrendomherr in Würzburg und Paderborn, Träger der goldenen Stadtplakette von Würzburg, des Bayerischen Verdienstordens und des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse.