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Würzburg reduziert nächtliche Beleuchtung für mehr Artenschutz | BR24

© picture alliance/Bildagentur-online

Festung Marienberg in Würzburg bei Nacht mit Beleuchtung

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    Würzburg reduziert nächtliche Beleuchtung für mehr Artenschutz

    Nächtliche Beleuchtung macht Fledermäusen und Insekten zu schaffen. Die Stadt Würzburg reduziert jetzt die nächtliche Beleuchtung an öffentlichen Bauten der Stadt. Damit reagiert sie auf gesetzliche Anpassungen nach dem Volksbegehren Artenvielfalt.

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    Fledermäuse oder nachtaktive Insekten sind von Nachtbeleuchtung betroffen. Insekten werden beispielsweise von den künstlichen Lichtquellen angelockt und würden hier verenden oder Fressfeinden zum Opfer fallen. In Würzburg wird jetzt die nächtliche Beleuchtung öffentlicher Bauten reduziert.

    Umsetzung neuer gesetzlicher Regelungen

    Laut Pressemitteilung der Stadt passt sich Würzburg damit den neuen gesetzlichen Regelungen an. "Neben kleineren Gebäuden werden nun die Fassaden der Festung, des Käppeles sowie des Grafeneckartturms ganzjährig nur noch bis 23.00 Uhr beleuchtet sein", heißt es in der Pressemitteilung. Die technische Umsetzung laufe bereits und soll in den nächsten Wochen abgeschlossen sein. Weiterhin beleuchtet bleiben Dom, Residenz und Falkenhaus – "aufgrund der Wegesicherheit". Außerdem sollen einige Bodenstrahler probeweise für ein Jahr komplett abgeschaltet werden, so beispielsweise im Bereich der Bäume am Willy-Brandt-Kai.

    Schutz von Insekten sei eine wichtige Aufgabe

    "Durch die nächtliche Abschaltung setzten wir gesetzliche Regelungen um und wollen gleichzeitig Vorbild sein. Auch mit kleineren Maßnahmen kann jede und jeder einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Der Schutz von Insekten ist dabei eine sehr wichtige Aufgabe, da sie in den Ökosystemen eine zentrale Rolle spielen.", sagt Wolfgang Kleiner, Umwelt- und Kommunalreferent der Stadt. Für die technische Betreuung der öffentlichen Beleuchtung ist die Stadtwerke Würzburg AG zuständig.

    Anpassungen nach Volksbegehren Artenvielfalt

    Die allgemeine Anpassung der Regelungen zu nächtlicher Beleuchtung erfolgte nach dem Volksbegehren Artenvielfalt – es wurde unter anderem das Bayerische Immissionsschutzgesetz angeglichen. "Demnach dürfen Fassaden öffentlicher Bauten in der Zeit zwischen 23.00 Uhr und der Morgendämmerung nicht mehr beleuchtet werden – soweit dies mit der öffentlichen Sicherheit vereinbar ist", heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Diese Vorgaben sollen zum Artenschutz beitragen. Nächtliche Beleuchtung macht beispielsweise Fledermäusen zu schaffen. Auch nachtaktive Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angelockt und würden hier verenden oder Opfer von Fressfeinden werden. Außerdem könnten bei Tieren "schädliche Verhaltensänderungen ausgelöst und wichtige Wanderbewegungen unterbunden werden", betont die Stadt Würzburg.