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An der Würzburger Uniklinik gibt es seit Anfang des Jahres eine Post-Covid-Ambulanz. Dort werden Menschen medizinisch betreut, die unter Spätfolgen ihrer Corona-Erkrankung leiden und die besonders komplexe Symptome aufweisen.

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Würzburg: Post-Covid-Ambulanz für Menschen mit Corona-Spätfolgen

An der Würzburger Uniklinik gibt seit Januar auch eine Post-Covid-Ambulanz. Dort werden Menschen medizinisch betreut, die unter Spätfolgen ihrer Corona-Erkrankung leiden und die besonders komplexe Symptome aufweisen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Juliane Rummel

An der Würzburger Uniklinik gibt es seit Anfang des Jahres eine Post-Covid-Ambulanz – integriert in die infektiologische Sprechstunde der Uniklinik 2. Dort werden Menschen medizinisch betreut, die unter Spätfolgen ihrer Corona-Erkrankung leiden. So wie Barbara Zirkelbach aus Würzburg. Die 62-Jährige ist im November an Corona erkrankt. Nun hat sie noch immer mit Beschwerden zu kämpfen. "Die Kraftlosigkeit, die Ausdauer fehlt mir, die Konzentration bricht irgendwann mal ab, ab und zu kommen auch mal Wortfindungsstörungen dazu, wo ich nicht mehr weiß, was ich sagen wollte. Das ist also schon heftig".

Würzburgerin: "Ich möchte meine Kraft und Ausdauer zurück"

Barbara Zirkelbach kämpft sich langsam in ihren Alltag zurück – ist allerdings noch immer krankgeschrieben. "Ich werde ungeduldig, ganz einfach, ich werde ungeduldig. Ich möchte eigentlich mehr arbeiten beziehungsweise fitter sein", sagt Zirkelbach. "Ich möchte meine Ausdauer, die ich hatte, möchte ich zurückhaben. Die Kraft möchte ich zurückhaben. Ich möchte nicht am Nachmittag dann sagen, oh Gott, jetzt bin ich müde, ich kann nicht mehr. Ich möchte einfach wieder eigentlich das Leben so haben, wie ich es vorher hatte."

Beschwerden nach einer Corona-Erkrankung unterschiedlich

Dr. Petra Schulze, Internistin und Infektiologin, betreut und begleitet die Patienten auf der Post-Covid-Ambulanz der Uniklinik Würzburg. Etwa vier bis acht Menschen werden dort momentan jede Woche behandelt. Sie alle kommen mit ganz unterschiedlichen Beschwerden: Luftnot, Abgeschlagenheit, unregelmäßigem Herzschlag oder Haarausfall beispielsweise. In der Post-Covid-Ambulanz werden vor allem Patienten behandelt, die besonders komplexe Symptome aufweisen. Das Ausmaß der Spätfolgen hängt nicht vom Verlauf der Corona-Erkrankung ab, erklärt Dr. Petra Schulze.

Corona-Infektion könnte bei jedem Zehnten Spätfolgen haben

Momentan reiche die Kapazität der Post-Covid-Ambulanz aus, um die Patienten zu behandeln, so Dr. Petra Schütze. Das liege auch daran, dass viele Haus-und Fachärzte sowie Rehabilitationseinrichtungen ebenfalls die Spätfolgen von Corona-Erkrankten behandeln. Experten gehen davon aus, dass jeder Zehnte, der an Corona erkrankt ist, unter den Spätfolgen zu leiden hat. Für Unterfranken bedeutet dies: etwa 5.000 Menschen könnten nach aktuellem Stand der registrierten Corona-Infektionen alleine hier in der Region mit Spätfolgen einer Erkrankung zu kämpfen haben.

Mehr Behandlungsmöglichkeiten für Post-Covid-Patienten gefordert

Auch Corona-Patienten mit leichten Verläufen können mit schweren Spätfolgen zu kämpfen haben. In den vergangenen Tagen sind politische Forderungen nach einer Ausweitung der Behandlungsmöglichkeiten für Corona-Langzeitfolgen laut geworden. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat den Bund aufgerufen, Kliniken, Ärzte und Reha-Einrichtungen stärker bei der Behandlung von Langzeitfolgen zu unterstützen. Im bayerischen Landtag haben die Grünen kürzlich eine Long-Covid-Ambulanz in jedem bayerischen Regierungsbezirk gefordert.

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Dr. Petra Schulze, Internistin und Infektiologin an den Uniklinik Würzburg

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